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Business-Knigge: Smartphone-Etikette im Job

Wer zuhört, schaut nicht aufs Handy.

Respekt beim Job = Flugmodus beim Handy!

Smartphone-Etikette im Job: Aufmerksamkeit ist unteilbar

Präsenz hat Vorfahrt

Das Smartphone ist im Berufsalltag Fluch, Segen und gelegentlich ein kleiner Charaktertest im Hosentaschenformat. Es hilft, beschleunigt, verbindet, erinnert, dokumentiert, navigiert und rettet Termine. Es kann aber auch Gespräche ruinieren, Meetings zerschießen und Kunden elegant das Gefühl geben, gerade nur die zweitwichtigste Person im Raum zu sein. Im Business ist das kein Nebenthema. Forschungen zu mobilem Arbeiten und Meetingverhalten zeigen, dass Smartphone-Nutzung im Arbeitskontext sehr wohl Nutzen stiftet, aber auch Interaktion, Produktivität und Konzentration entscheidend beeinträchtigen kann. Wer hingegen die Smartphone-Etikette beherrscht, sendet klare Signale über Respekt, Präsenz, Professionalität und Selbststeuerung. 

Handy aus, Wirkung an

Besonders heikel wird es dort, wo das Gerät sozial sichtbar wird: im Kundengespräch, im Meeting, beim Essen, im Training, im Wartebereich oder mitten im Dialog mit Mitarbeitenden. Genau dann entscheidet sich, ob das Smartphone Werkzeug bleibt oder zum stillen Saboteur wird. Studien zu „phubbing“, also dem Ignorieren anderer zugunsten des Smartphones, zeigen negative Zusammenhänge mit Vertrauen, Arbeitszufriedenheit und Leistung. Wer dem Handy immer Vorrang einräumt, stellt andere Menschen hinten an! Im Kundenkontakt gilt daher eine einfache Wahrheit: Das Smartphone darf hilfreich sein. Es sollte aber keinesfalls wirken wie Ihr heimlicher Lieblingsgesprächspartner.

Ordnung spart Zeit und Nerven
Konrad Adenauer, (1876–1967), deutscher Jurist, Politiker und Staatsmann

Das Handy als Retter und Zerstörer

Was sagt die Wissenschaft? Sehr schnell, viel zu leicht und unbemerkt kann das Smartphone vom willkommenen Hilfsmittel zum Störenfried mutieren, Aufmerksamkeit behindern, Gespräche stören und Geschäfte boykottieren. Hier dazu 3 wissenschaftliche Untersuchungen:

Weniger Nachrichten, mehr Hirn bei der Arbeit
Benachrichtigungen tun gerne wichtig. Für konzentriertes Arbeiten sind sie aber oft bloß kleine Störenfriede mit Vibrationsfunktion. Eine Feldstudie von Ohly & Bastin (2023) zeigte: Wer Unterbrechungen durch Kommunikations-Apps reduziert, arbeitet leistungsfähiger und fühlt sich weniger belastet. Aufmerksamkeit ist eben keine Gummischnur.

Schon das sichtbare Handy stört das Gespräch:
Selbst wenn das Smartphone keinen Mucks macht, funkt es oft schon dazwischen. Die Studie von Przybylski & Weinstein zeigte schon 2013: Liegt ein Handy sichtbar im Raum, sinken Gesprächsqualität, Nähe und Vertrauen – besonders dann, wenn es um persönlichere Themen geht. Mit anderen Worten: Das Gerät schweigt, aber es stört trotzdem.

Boss schaut aufs Handy, Vertrauen schaut weg
Wenn Führungskräfte im Kontakt mit Mitarbeitenden ständig aufs Smartphone schielen, bleibt das nicht folgenlos. Eine Untersuchung von Roberts & David (2020) zeigte: Das Vertrauen in die Führungskraft sinkt, die Arbeitszufriedenheit leidet – und am Ende oft auch die Leistung. Kurz gesagt: Wer Menschen führt, sollte nicht nebenbei vom Display geführt werden.

 


Nutzen Sie Ihr Smartphone bewusst, klug und angemessen!
Ein Teilnehmer zeigt, wie er dank Handy immer erreichbar sein KANN, aber nicht MUSS.
Schnappschuss aus einem unserer Trainings. Foto: TELOS

 

Praxistipps für Smartphone-Etikette: die 7 Handy-Nothelfer

Smartphone-Etikette ist kein Kreuzzug gegen Technik. Es geht nicht darum, das Gerät wie einen moralischen Gefahrenstoff zu behandeln. Es geht um kluge, soziale Nutzung. Wer weiß, wann das Smartphone nützt, wann es stört und wie man seinen Einsatz transparent macht, wirkt souveräner, respektvoller und konzentrierter.

1. Das Smartphone gehört nicht automatisch auf den Tisch

Ein sichtbar abgelegtes Smartphone sendet bereits ein Signal: Ich bin anwesend, aber mit offenem Fluchtkorridor. Selbst wenn das Gerät still bleibt, verändert seine bloße Präsenz oft die Gesprächsatmosphäre. In Meetings wird Smartphone-Nutzung von vielen Beschäftigten als störend für Produktivität und Zusammenarbeit wahrgenommen. Im Kundengespräch wirkt ein Handy auf dem Tisch schnell wie eine stillgelegte Unterbrechung mit Anlauf. Praxisbeispiele: 
– Im Kundentermin das Smartphone lautlos in Tasche oder Jacke lassen.
– Im Meeting nicht demonstrativ neben Notizblock und Stift platzieren.
– Beim Geschäftsessen nicht zwischen Besteck und Wasserglas parken.
– Nur dann sichtbar nutzen, wenn es für das Gespräch tatsächlich gebraucht wird.

2. Kündigen Sie notwendige Erreichbarkeit offen an

Es gibt Situationen, in denen Erreichbarkeit nötig ist: ein Notfall, ein erwarteter Rückruf, ein technischer Bereitschaftsdienst, eine dringende familiäre Lage. Problematisch ist selten die Erreichbarkeit selbst, sondern intransparente Erreichbarkeit. Wer einfach aufs Display schaut, wirkt schnell unhöflich. Wer kurz erklärt, warum er erreichbar bleiben muss, schafft Verständnis und hält den Respekt im Raum. Transparenz reduziert Irritation. Praxisbeispiele: 
– „Ich erwarte einen dringenden Anruf aus dem Krankenhaus, darf ich ihn annehmen? Danke für Ihr Verständnis.“
– Das Gerät auf lautlos stellen und nur im Ausnahmefall kurz reagieren.
– Zum Telefonieren den Raum verlassen.
– Nach der Unterbrechung das Gespräch bewusst wieder aufnehmen.

3. Phubbing ist keine Kleinigkeit, sondern Beziehungsschaden in Echtzeit

Wenn Menschen während eines Gesprächs aufs Handy schauen, Nachrichten lesen oder tippen, obwohl ein Gegenüber gerade spricht, ist das nicht bloß eine Unart. Es untergräbt Beziehung. Forschung zum sogenannten „Boss Phubbing“ zeigt, dass solches Verhalten Vertrauen senken und mit geringerer Zufriedenheit sowie schlechterer Leistung zusammenhängen kann. Was intern unerquicklich ist, ist im Kundenkontakt noch heikler. Dort wirkt es rasch wie Geringschätzung. Lassen Sie das Handy das Handy nicht zum heimlichen Chef im Raum werden! Praxisbeispiele: 
– Beim Sprechen anderer nicht nebenbei auf Nachrichten reagieren.
– In Mitarbeitergesprächen das Handy konsequent weglegen.
– Im Verkaufsgespräch keine „kurze“ Displaykontrolle einschieben.
– Auch Smartwatch-Blicke sparsam einsetzen – sie werden ähnlich gelesen.

4. Schalten Sie Benachrichtigungen nicht nur leise, sondern klug

Ständige Notifications zerschneiden Aufmerksamkeit. Eine Feldstudie zeigte, dass weniger durch Kommunikations-Apps ausgelöste Unterbrechungen mit besserer Leistung und geringerer Beanspruchung verbunden waren. Smartphone-Etikette ist deshalb auch Selbstmanagement. Wer jede Vibration wie einen Feueralarm behandelt, wirkt nicht effizient, sondern nervös verdrahtet. Professionalität zeigt sich oft darin, dass nicht alles sofort darf. Praxisbeispiele: 
– Vor Kundenterminen Push-Mitteilungen minimieren.
– In Meetings nur wirklich notwendige Kontakte durchlassen.
– Fokuszeiten ohne Banner, Töne und Pop-ups einplanen.
– Messenger nicht permanent offenhalten, wenn Konzentration gefragt ist.

 

Das künstliche Gedächtnis Junge Handy lachen
Jugendliche dürfen – fast – alles und immer?
Als Erwachsene und im Job heißt es: Handy klug nutzen!
Schnappschuss aus einem unserer Trainings, Foto: TELOS

 

5. Telefonieren Sie nicht öffentlich über Dinge, die nicht öffentlich sind

Geschäftliche Telefonate in halblauten Wartebereichen, Hotellobbys oder auf dem Bahnsteig sind oft unfreiwillige Podcast-Formate für alle Umstehenden. Smartphone-Etikette heißt deshalb auch: Vertraulichkeit schützen. Wer sensible Inhalte beiläufig in die Umgebung sendet, beschädigt schnell Professionalität und Vertrauen. Kunden, Mitarbeitende und Partner registrieren sehr genau, wie diskret jemand mit Informationen umgeht. Praxisbeispiele: 
– Vertrauliche Gespräche in geschützte Bereiche verlegen.
– Namen, Zahlen und sensible Inhalte nicht laut in öffentlichen Räumen besprechen.
– Lautsprecherfunktion im Geschäftsalltag sparsam bis gar nicht nutzen.
– Bei heiklen Themen lieber Rückruf zusagen als öffentlich improvisieren.

6. Die Mailbox ist Ihre akustische Visitenkarte

Viele Menschen investieren viel Mühe in Website, LinkedIn-Profil und Angebotsmappe – und lassen dann eine Mailboxansage klingen, als hätte ein beleidigter Anrufbeantworter übernommen. Auch das gehört zur Smartphone-Etikette. Eine professionelle, persönlich gesprochene Mailbox schafft Orientierung, wirkt verbindlich und kann Ärger deutlich reduzieren. Sie zeigt: Hier arbeitet jemand organisiert und kommuniziert respektvoll. Praxisbeispiele: 
– Den Namen klar nennen und Text kurz halten.
– Einen realistischen Rückrufhinweis geben.
– Keinen nuscheligen Schnelltext aus dem Auto aufnehmen.
– Die Ansage aktualisieren, wenn Abwesenheiten anstehen.

7. Nicht jede Nachricht braucht dieselbe Uhrzeit

Arbeitsbezogene Handynachrichten außerhalb der Arbeitszeit wird in der Forschung mit Work-Life-Konflikt und Belastung in Verbindung gebracht – wer abends, frühmorgens oder am Wochenende ständig Nachrichten verschickt, kommuniziert nicht nur Information, sondern auch Normen: Ich bin immer da, also gefälligst ihr auch! Führungskräfte senden hier besonders starke Signale. Praxisbeispiele: 
– E-Mails abends vorbereiten, aber zeitversetzt senden.
– WhatsApp oder Messenger nicht als Dauerdurchsagekanal missbrauchen.
– Dringlichkeit sauber kennzeichnen, statt alles sofort wirken zu lassen.
– Im Team klare Regeln zur Erreichbarkeit vereinbaren.

 

Smartphone-Etikette im Job
Was bringt mehr Respekt, Aufmerksamkeit und Zeitgewinn: Zuhören oder Handy-Wischen?
Schnappschuss aus einem unserer Trainings für erfolgreiche Meetings,
Foto: TELOS

Smartphone-Etikette ist heute Business-Etikette

Der Umgang mit dem Smartphone ist längst Teil professioneller Wirkung. Er zeigt, wie respektvoll, konzentriert, verlässlich und sozial aufmerksam jemand arbeitet. Wer das Gerät bewusst aus dem Sichtfeld nimmt, notwendige Unterbrechungen transparent macht, Benachrichtigungen steuert, Vertraulichkeit wahrt und Erreichbarkeit klug begrenzt, stärkt Präsenz und Vertrauen. Gerade im Verkauf, in der Beratung und in der Führung macht das einen spürbaren Unterschied. Das Smartphone ist nicht das Problem. Problematisch wird es nur dann, wenn es plötzlich mehr Aufmerksamkeit bekommt als der Mensch davor. Und das ist im Business selten eine gute Idee.

Präsenz statt Dauer-Display: Technik nutzen, ohne Menschen zu verlieren

Souveräner Smartphone-Einsatz lässt sich lernen. In TELOS-Seminaren, Trainings und Coachings zeigt sich immer wieder, wie stark schon kleine Regeln die Wirkung verbessern: Meetings werden konzentrierter, Kundengespräche verbindlicher, Führungskräfte wirken präsenter und Teams erleben weniger digitale Reibung. Seit über 30 Jahren entwickelt TELOS maßgeschneiderte Weiterbildungsmaßnahmen mit hochaktuellen Methoden und Lernerfolgskontrolle. Das Ergebnis: weniger Unterbrechung, mehr Aufmerksamkeit und ein professioneller Umgang mit Technik, der Beziehungen stärkt, statt sie nebenbei zu zerlegen.

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Die TELOS.Expertenbox:

Wer im Gespräch aufs Handy schielt, sendet nicht Souveränität, sondern Nebenbei-Modus. Gute Smartphone-Etikette zeigt Respekt, schützt Konzentration und macht aus Dauerverbindung wieder professionelle Präsenz.

Das maßgeschneiderte Programm für Ihr Unternehmen!

Gerne entwickeln wir für Sie Ihr maßgeschneidertes Weiterbildungsprogramm – abgestimmt auf Ihre Anforderungen, zugeschnitten auf Ihr Unternehmen. Sprechen Sie dazu direkt mit unserer Institutsleiterin:

Mag. Magdalena Gasser
Institutsleitung | Personalentwicklung | Coaching

Wissenschaftliche Quellen

Roberts, J. A. & David, M. E. (2017): Put down your phone and listen to me: How boss phubbing undermines the psychological conditions necessary for employee engagement – zeigt, wie Handy-Ablenkung durch Führungskräfte Vertrauen und Engagement schwächen kann.   Mrazek, A. J. et al. (2023): Effects of task interruptions caused by notifications from communication applications on strain and performance – kommt zu dem Ergebnis, dass weniger Benachrichtigungs-Unterbrechungen Leistung verbessern und Beanspruchung senken können.   Lucero, A. et al. (2013): Smartphone use does not have to be rude: making phones a collaborative presence in meetings – zeigt, dass Smartphone-Nutzung in Meetings häufig als störend für Produktivität und Zusammenarbeit erlebt wird. Przybylski, A. K., & Weinstein, N. (2013) Can you connect with me now? How the presence of mobile communication technology influences face-to-face conversation quality. Journal of Social and Personal Relationships.   Roberts, J. A., & David, M. E. (2020) Boss phubbing, trust, job satisfaction and employee performance. Personality and Individual Differences, 155.   Ohly, S., & Bastin, L. (2023) Effects of task interruptions caused by notifications from communication applications on strain and performance. Journal of Occupational Health, 65.

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