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Körpersprache im Job: 02) Kongruente Gestik!

Gezielte Gestik statt leer gestikulieren.

Der Körper lügt nicht. Und deshalb glaubt man ihm!

Was wir mit dem Körper ausdrücken ist mächtiger als das, was unserem Mund entfährt.

Denn Körpersprache wirkt im Unbewussten: schon seit Urzeiten, als es noch gar keine artikulierte Sprache gab, haben wir gelernt, nonverbale Signale unseres Gegenübers zu interpretieren und unseren Körper zur Kommunikation einzusetzen.Politiker haben es im Blut – nein in der Hand, nein in den Händen: sie wissen, die Gestik hat eine zentrale Bedeutung in der Kommunikation. Als ob ihnen Worte allein nicht reichten, unterstreichen sie ihre Gedanken mit einem virtuosen – und professionell einstudierten – Einsatz ihrer Hände. Denn das Gestikulieren ist nicht nur südländische Angewohnheit, es ist über den ganzen Globus verbreitet. Wichtig dabei ist, dass Geste und Inhalt zusammenpassen. Der Fachmann nennt das kongruente Gestik.

Unser „Sprechen mit den Händen“

Es dient natürlich dazu, unsere Worte passend zu unterstreichen. Sie erinnern sich vielleicht an die Schulstunde in Geometrie: kongruente Dreiecke sind Dreiecke, die zwar unterschiedlich groß sein können, jedoch die selben Winkel haben. So ist das auch in der Rhetorik: wenn die jeweilige Geste zum Gesagten passt, sprechen wir von kongruenter Gestik. Die wirkt überzeugend. Andernfalls zerstören wir uns den schönsten Satz, denn im Zweifelsfall glauben Menschen eher dem, was sie am Redner sehen, als dem was der Redner sagt.

 

>> 3 Profi-Tipps für überzeugende Körpersprache

Kongruente Gestik als Hilfe fürs eigene Hirn.

Noch verblüffender ist die andere Aufgabe der Gestik: sie beschränkt sich nicht nur darauf das Gesagte kongruent (Sie wissen jetzt, was das Wort in der Kommunikationslehre bedeutet und werden es beim Sprechen nie mehr vergessen!) zu unterstreichen, sondern hilft auch unserem Gehirn auf die Sprünge. Deshalb sprechen selbst Blinde “mit Händen und Füßen”. So hat ein Forscherteam der Indiana Universität in Bloomington Kindern und Jugendlichen, die von Geburt an blind waren, beim Sprechen zugeschaut. Die erstaunten Forscherinnen stellten dabei fest, dass auch ihre Probanden mit den Händen redeten, obwohl sie doch nie einem Menschen beim Gestikulieren zugeschaut hatten. Die Blinden benutzen die Hände sogar dann, wenn sie anderen Blinden etwas erklärten. Bei bestimmten Aufgaben machten die Probanden zudem ähnliche Gesten, wie sie die Forscher bei einer Vergleichsgruppe von sehenden Kindern und Jugendlichen beobachtet hatten. „Obwohl wir nur mit relativ kleinen Gruppen gearbeitet haben, legen die Beobachtungen doch nahe, dass Gesten und Sprache ‚Hand in Hand‘ gehen”, erklären die Forscher. „Die Bewegungen der Hände sollen dem Denken auf die Sprünge helfen und sind nicht nur eine kulturelle Angewohnheit”.

Blindes Sehen.

Weitere Studien bestätigen das: an der University of Missouri-Columbia beobachteten Forscher, dass sich Schüler, die von Geburt an blind waren, gegenseitig mit Hilfe von Gesten Anweisungen gaben, wie sie zu einem bestimmten Raum in ihrer Schule kommen können. Und im „Journal of Non Verbal Behavior” ist folgende Forschungsarbeit nachzulesen: von Geburt an Blinde sollten mit anderen Personen sprechen, wobei einige dieser anderen Personen selbst blind waren. Es zeigte sich, dass die blinden Versuchspersonen ihre sprachlichen Äußerungen ständig mit Gesten begleiteten. Sie taten dies auch dann, wenn sie wussten, dass ihr Gegenüber ebenfalls blind ist. Selbst bei Kleinkindern ist dies der Fall – der einzige Unterschied zwischen den Gesten eines blinden und eines sehenden Kleinkindes ist, dass sehende Kleinkinder auch auf Dinge zeigen, die sich weit hinten im Raum befinden, während die Gesten von blinden Kleinkindern sich auf die unmittelbare Umgebung beziehen.

Körperhaltung Gestik Frau Arme ausgebreitet Hände offen VD4135bn

Bild: Vor den Vorhang treten und überzeugend sprechen – diese Teilnehmerin an einem unserer Trainings zeigt, wie es geht und überprüft beim Videofeedback, was am besten wirkt.

Foto: TELOS

Gestik statt gestikulieren!

Diese Forschungsergebnisse zeigen, dass Menschen, die erfolgreich kommunizieren wollen, oder müssen, sich gerade auch mit ihrer Gestik auseinander zu setzen haben. Egal ob Verkaufstraining, Workshops für selbstsicheres Auftreten oder Coaching für Führungskräfte oder Politiker: immer wieder machen wir die Erfahrung, dass bei unseren TELOS-Trainings mangelnde Gestik besondere Aufmerksamkeit fordert. Denn der lange Weg des Erzogen-Werdens hat aus geborenen „Gestikern” gehemmte oder zumindest stark gebremste Erwachsene gemacht, die nicht mehr automatisch über kongruente Gestik verfügen.

Abtrainiertes wieder lernen!

Unsere reichen kindlichen Ausdruckskräfte, die Elternhaus, Schule und Umwelt wegtrainiert haben, wollen wieder eingeübt werden! Und zwar dringend, das erleben wir bei unseren Seminaren zur Körpersprache immer wieder: Während die Teilnehmer Tonfall oder Körperhaltung oft schon recht „gut im Griff” haben, hat sich die Gestik – besonders die so genannte „kleine Gestik”, also unbewusste, winzige und doch wahrnehmbare Signale – der Kontrolle des Sprechenden weitgehend entzogen. Was Wunder, wenn dann die Wirkung des Gesagten oft völlig anders ist als geplant!

 


Bild: Es gibt so viele Gesten, welches ist die passendste?
Schnappschuss aus einem unserer Seminare zur Körpersprache. Foto: TELOS

 

Was da hilft?

Ein Spiegel, ein Selfie, ein Beobachter. Und viel Übung. Und am besten natürlich professionelles Training mit Videofeedback und gezielten Interventionen! In einem unserer Seminare oder beim Einzelcoaching lernen Sie, wie Sie kongruente Gestik und überzeugende Körpersprache perfekt einsetzen. Üben Sie mit dem Profi Mimik, kongruente Gestik, Körperhaltung, Tonfall, Stimmlage unde -dynamik, Blick- und Körperkontakt. Das ist prima für Sie persönlich und effizient für Ihr Unternehmen:

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Mag. Magdalena Gasser
Institutsleitung, Personalentwicklung, Coaching