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Körpersprache im Job: Affen und Pinocchio.

Wie wir uns die lange Nase ersparen!

Affen und Pinocchio: Augen sprechen. Nasen auch!

Affen und Pinocchio und die Wahrheit im Gesicht

Warum haben Affen dunkle Augen und Pinocchio eine lange Nase? Klingt nach Kinderbuch und Zoo – ist aber in Wahrheit ein Blitzkurs in Körpersprache. Unser Körper verrät mehr als jede PowerPoint-Präsentation. Besonders das Gesicht ist ein Hochleistungs-Kommunikationssystem: Augen, Lidbewegung, Blickrichtung, Mikroreaktionen – alles sendet Signale. Und zwar schneller, als unser Verstand sie kontrollieren kann. Schon unsere Vorfahren mussten blitzschnell erkennen: Freund oder Feind? Aufmerksamkeit oder Gefahr? Heute greifen wir zwar selten zur Keule, aber im Meetingraum, im Verkaufsgespräch oder beim Mitarbeitergespräch läuft genau dieselbe Software. Wir scannen Augen, Mimik und kleine Bewegungen – und entscheiden in Sekunden über Vertrauen.

Zuerst das Gesicht!

Der erste Blick gilt immer dem Gesicht, und dort den Augen. Das haben wir schon als Urmenschen gelernt, als wir an den Augen des Gegenübers abzulesen versuchten, ob es Zeit war, die Keule zu ergreifen. Manche unserer Vorfahren, die noch auf den Bäumen leben haben aus diesem Grund auch keine weißen Augäpfel, sondern dunkle: auf diese Weise erkennt der Gegner die Blickrichtung nicht so leicht. Herumstreifende Raubtiere lassen sich davon täuschen: Sie glauben, ihre Beute habe sie bereits bemerkt und lassen von ihr ab. Von dieser Entdeckung japanischer Wissenschaftler berichtet das Fachblatt New Scientist.

Man kann nicht nicht kommunizieren.
Paul Watzlawick (1921–2007) Österreichischer Kommunikationswissenschaftler

Die Nase lügt nicht – oder doch?

Viele glauben, Körpersprache sei eine Frage von Tricks. Nase berühren = Lüge. Wegschauen = Unsicherheit. So einfach ist es nicht. Körpersprache ist ein Zusammenspiel aus Biologie, Emotion und Situation. Wer sie richtig liest, gewinnt Klarheit. Wer sie falsch interpretiert, tappt schneller ins Fettnäpfchen als Pinocchio beim ersten Schwindelversuch. Die gute Nachricht: Man kann lernen, Körpersignale besser zu verstehen – bei sich selbst und bei anderen. Und genau darum geht es hier: Wie Sie Augen, Stresssignale und Körpersprache im Business clever nutzen, ohne in Hobby-Psychologie abzurutschen.

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Bild: Neugieriges Äffchen auf Bali.
Foto: TELOS

Menschen hingegen kommunizieren erkennbar!

Für Menschen hingegen bringt das Weiß der Augen Vorteile, sagen die Forscher. Für die Kommunikation ist es wichtig, erkennen zu können, wohin jemand schaut. “Die Blickrichtung verrät uns, ob jemand aufmerksam ist”, wissen die Forscher vom Institut für Technologie in Tokio, welche die Augen von insgesamt 81 Affenarten, mit denen der Menschen verglichen hat. So kann man etwa auf einer Party leicht erkennen, ob einen jemand anblickt – es sei denn, das Gegenüber trägt eine Sonnenbrille. Was aber haben Affen und Pinocchio miteinander zu tun?

Besonders gut sehen wir die Augen heutzutage im Fernsehen.

Zum Beispiel bei den Nachrichtensprechern. Und gerade die zwinkern deutlich häufiger mit den Augen als lesende Menschen im Alltag. Augenärzte von der Keio-Universität in Tokio führen das auf den starken inneren Stress zurück, die Texte gut und fehlerfrei zu sprechen. Da die Augen aber auch die Gemütsverfassung eines Sprechenden an sein Gegenüber weitergeben, übermittelt er damit ein unbewusstes Stresssignal, sagen die Forscher: „Wenn die Zuschauer der Nachrichtensendungen sich unwohl oder nervös fühlen, muss das nicht unbedingt an den schlechten Nachrichten liegen, sondern zum Teil auch an den schnellen und unregelmäßigen Lidschlägen der Sprecher” Die Analyse von Videoaufnahmen von 24 japanischen Nachrichtensprechern und -sprecherinnen zeigte, dass diese im Schnitt alle 1,1 Sekunden mit den Augen blinzelten. Das ist etwa viermal so oft wie bei den Kontrollpersonen. Zudem war der Lidschlag der Nachrichtensprecher deutlich unregelmäßiger.

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Bild: Kurze Lüge, lange Nase.
Schnappschuss aus der Stadt des Heiligen Franziskus.
Foto: TELOS

Affen und Pinocchio

Das Märchen von Pinocchio enthält doch auch Wahrheit! Unglaublich, aber wahr: Wer lügt, dem schwillt die Nase an – ganz wie bei Pinocchio. Bei Täuschungsabsichten drängt mehr Blut in die Nase als üblich und lässt sie dadurch anwachsen, haben Forscher der Universität Illinois herausgefunden. Der Effekt ist zwar kaum zu bemerken, allerdings wird sich der Lügner häufiger an seine plötzlich juckende Nase fassen und kann sich dadurch verraten. Vermutlich werden beim Lügen Hormone freigesetzt, die den Blutfluss in der Nase verstärken. Die Wissenschaftler haben auch Aufnahmen von Bill Clinton analysiert, während er zur Lewinsky-Affäre befragt wurde. Die Forscher waren sich schon damals sicher, dass der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten während der Vernehmung gelogen hat: Er war auffällig einsilbig, schaute unsicher umher und fasste sich häufiger an seine Nase als sonst.



Bild: Ein Augenblick, ein Augen-Blick kann vieles entscheiden.
Der Körper sagt mehr, als wir denken!

Foto: TELOS

Augen auf! So lesen Sie Körpersprache wie ein Profi

Wir Menschen sind Meister im Wahrnehmen – aber nicht immer im richtigen Interpretieren. Besonders im Berufsleben bewerten wir andere oft blitzschnell anhand nonverbaler Signale. Ein nervöses Blinzeln, eine schnelle Handbewegung oder der Blick zur Seite – sofort startet unser innerer Detektiv. Die Kunst besteht darin, nicht vorschnell zu urteilen, sondern Muster zu erkennen. Unsere 7 Profi-Tipps helfen Ihnen, Körpersprache pragmatisch und professionell zu nutzen: im Kundenkontakt, in Führungssituationen und überall dort, wo Vertrauen zählt. Kein Showprogramm, keine Schauspielerei – sondern kluge Beobachtung und authentische Steuerung Ihrer eigenen Signale.

  1. Der Blick verrät Fokus.
    Augen zeigen Aufmerksamkeit. Wer ständig abschweift, wirkt uninteressiert. Halten Sie ruhigen, freundlichen Blickkontakt – nicht starren, sondern präsent sein. Besonders im Verkauf signalisiert das Interesse und Kompetenz.
     
  2. Blinzeln ist ein Stress-Barometer.
    Häufiges, unregelmäßiges Blinzeln deutet oft auf innere Anspannung hin – nicht automatisch auf Unsicherheit. Nutzen Sie diese Beobachtung als Hinweis: Gespräch verlangsamen, Sicherheit geben, Druck reduzieren.
     
  3. Hände weg von der Nase?
    Nicht immer! Nase berühren kann Stress bedeuten – aber auch einfach Juckreiz. Interpretieren Sie nie ein einzelnes Signal isoliert. Erst wenn mehrere Hinweise zusammenkommen, wird ein Muster sichtbar.
     
  4. Gesicht lesen – nicht erraten.
    Mimik entsteht blitzschnell. Achten Sie auf kurze Reaktionen: hochgezogene Augenbraue, Mikro-Lächeln, kurzes Zögern. Diese Mini-Signale zeigen oft ehrliche Reaktionen, bevor Worte folgen.
     
  5. Eigene Körpersprache prüfen.
    Wer unter Druck steht, sendet selbst Signale: angespannte Schultern, hektische Bewegungen, starre Haltung. Atmen, lockern, langsamer sprechen – und der Körper beruhigt sich sichtbar.
     
  6. Kongruenz schlägt Rhetorik.
    Wenn Worte und Körper nicht zusammenpassen, glauben Menschen dem Körper. Ein „Ich bin offen für Ideen“ mit verschränkten Armen? Funktioniert nicht. Achten Sie auf stimmige Signale.
     
  7. Beobachten statt analysieren.
    Sie sind kein Lügendetektor. Ziel ist nicht Entlarven, sondern Verstehen. Gute Kommunikation entsteht durch Empathie – nicht durch Körpersprache-Polizei.


Bild: Die Mimik spricht schneller als jedes Wort!
Schnappschuss einer Teilgruppe bei einem unserer Trainings.

Foto: TELOS

Drei Körpersprache-Fallen, die selbst Profis oft passieren

Viele Missverständnisse entstehen nicht, weil Menschen lügen – sondern weil andere vorschnell interpretieren. Unser Gehirn liebt einfache Erklärungen. Ein einzelnes Signal wird sofort bewertet. Genau das führt zu Fehlurteilen, Spannungen und wirtschaftlich gesehen: zu verlorenen Kunden oder unnötigen Konflikten.

  1. Körpersprache als Lügendetektor benutzen. Die Vorstellung, man erkenne Lügen sofort an Gesten, ist populär – aber wissenschaftlich zu simpel. Stress, Unsicherheit oder Konzentration zeigen ähnliche Signale. Typisch im Job: schnelle Urteile über Mitarbeitende oder Kunden. Besser: immer Kontext beachten und mehrere Hinweise kombinieren.
  2. Einzelne Signale überbewerten. Nase berühren, wegsehen, Arme verschränken – all das kann vieles bedeuten. Wer einzelne Gesten absolut setzt, liegt oft falsch. Beobachten Sie Veränderungen im Verhalten statt statische Momente.
  3. Eigene Signale ignorieren. Viele konzentrieren sich nur auf andere. Doch die eigene Körpersprache wirkt stärker als jede Argumentation. Typisch: Führungskräfte wirken gestresst und wundern sich über nervöse Teams. Lösung: Selbstwahrnehmung trainieren – Videoaufnahmen helfen enorm.


Bild: Auch wenn wir diesen Teilnehmer nicht hören, wird seine Stimmung klar durch seine Mimik und Gestik.
Schnappschuss aus einer Übung bei unseren Trainings zur bewussten Körpersprache.
Foto: TELOS

Wer’s genau wissen will

Die 5 wichtigsten wissenschaftlichen Fakten über die Signale des Gesichts:

  1. Augen als Aufmerksamkeitssignal. Menschen erkennen Blickrichtung extrem schnell – sie steuert soziale Aufmerksamkeit. (Kobayashi & Kohshima, 2001). Praktisch: Blickkontakt beeinflusst Vertrauen massiv.
  2. Blinzeln zeigt kognitive Belastung. Stress oder Konzentration verändern Lidschlag-Frequenz (Nakano et al., 2009). Im Business bedeutet das: Nervosität ist oft Denkstress, nicht Unsicherheit.
  3. Mikroexpressionen dauern Millisekunden. Kurz auftauchende Emotionen im Gesicht gelten als relativ authentisch (Ekman, 1972). Sie zeigen spontane Reaktionen, bevor soziale Kontrolle einsetzt.
  4. Lügen erzeugt physiologischen Stress. Beim Täuschen steigen Herzrate und Muskelspannung, weil das Gehirn mehr Ressourcen braucht (Vrij, 2008). Daher wirken Lügen oft anstrengend. Auch die Gesichtsfarbe ändert sich dabei.
  5. Körpersprache dominiert Wirkung. Studien zeigen: Nonverbale Signale beeinflussen Vertrauensurteile stärker als Inhalte (Ambady & Rosenthal, 1993).

>> 3 Profi-Tipps für überzeugende Körpersprache

Der Körper spricht – auch wenn Sie schweigen

Affen, Pinocchio und moderne Business-Meetings haben mehr gemeinsam, als man denkt: Unser Körper verrät Aufmerksamkeit, Stress und Haltung schneller als Worte. Wer Körpersprache versteht, gewinnt keine magischen Fähigkeiten – sondern ein feineres Gespür für Menschen. Die wichtigsten Punkte: Einzelne Signale nie isoliert sehen, Kontext beachten, eigene Körpersprache aktiv steuern und vor allem authentisch bleiben. Nicht Manipulation überzeugt, sondern stimmige Präsenz. Gerade im Kundenkontakt, bei heiklen Führungsaufgaben oder bei Verhandlungen entscheidet meist das „Wie“ über Erfolg oder Misserfolg.


Bild: bewusst eingesetzte Körpersprache unterstützt, doch unbewusste verrät uns!
Schnappschuss bei einer unserer Open-Space-Veranstaltung mit 4 Referenten in 4 Räumen und wechselnden Teilnehmern.

Foto: TELOS

Souverän wirken statt Signale raten

Wie können Sie diese Erkenntnisse für Ihr Unternehmen am besten nutzen? Mit unseren Trainings zum Einsatz effizienter Körpersprache, mit einem speziell auf Ihren Bedarf zugeschnittenen Coaching? Oder mit einem gezielten Inhouse-Seminar für Ihr Unternehmen, zum Beispiel über Körpersprache im Kundenkontakt. … Denn darüber gibt es keinen Zweifel: kongruente Körpersprache überzeugt, doch falsche Signale strafen alle Sätze Lügen!
Die gute Nachricht: Professioneller Umgang mit Körpersprache ist lernbar. Trainings bringen Praxisnähe: Videofeedback, realistische Gesprächssimulationen und klare Analysen helfen, echte Fortschritte zu sehen. Bei TELOS arbeiten wir seit über 30 Jahren mit aktuellen Methoden, entwickeln maßgeschneiderte Programme und machen Lernerfolge messbar. Ergebnis: mehr Sicherheit im Auftreten, klarere Kommunikation und spürbar bessere Wirkung im Berufsalltag.

Die TELOS.Expertenbox

Wer Körpersprache versteht, erkennt nicht automatisch die perfekte Wahrheit – aber deutlich schneller, ob und wann Worte und Wirklichkeit zusammenstimmen.

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Mag. Magdalena Gasser
Institutsleitung | Personalentwicklung | Coaching