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Neujahrsvorsätze: Warum Selleriestangen scheitern und Liebe wirkt

Glück kann man ja nie genug haben.

Neujahrsvorsätze einmal anders

Jedes Jahr dieselbe Leier.

Silvester, Mitternacht, Sektglas, große Vorsätze. Ab morgen wird alles anders. Wir trinken nie mehr (außer heute), rauchen sowieso nicht, essen nur noch Selleriestangen, laufen Marathon (zumindest gedanklich), werden reich, gelassen, sportlich, erfolgreich und natürlich immer gut gelaunt. Stress? Abgeschafft! Ärger? Verboten! Fehler? Nie und nimmer! Doch dann kommt der Januar. Und mit ihm der Alltag. Und alle Neujahrsvorsätze sind Makulatur. Bald steigen wir vorsichtshalber nicht mehr auf die Waage – die zeigt ja ohnehin nicht richtig an. Kommt Ihnen bekannt vor? Willkommen im Club der gutmeinenden Selbstoptimierer.

Vorsätze im Großpaket?

Vielleicht gehören Sie zu jenen Menschen, die sich jedes Jahr tapfer neue Jahresziele vornehmen – und ebenso tapfer daran scheitern. Oder Sie haben das ganze Theater mit den Wunschtraumvorsätzen längst aufgegeben, aus purer Selbstverteidigung. Also Schluss mit dem Silvesterselbstbetrugsprogramm? Verständlich. Aber vielleicht liegt das Problem gar nicht an Ihrer Disziplin, sondern am Ziel selbst. Wie wäre es, heuer einmal radikal umzudenken? Nicht höher, schneller, besser. Sondern grundlegender. Richten Sie den Fokus doch einmal auf das, ohne das nichts funktioniert: auf die Liebe.
Ja, ja – jetzt bitte nicht die Augen verdrehen. Liebe ist kein esoterisches rosarotes Gedöns, sondern ein knallharter Erfolgsfaktor. Psychologisch belegt. Medizinisch bestätigt. Wirtschaftlich messbar. Kinder brauchen Liebe, um sicher aufzuwachsen. Jugendliche brauchen Liebe, um mutig ihren eigenen Weg zu gehen. Erwachsene brauchen Liebe, um den täglichen Spagat zwischen Job, Familie und Selbstanspruch zu überleben. Und ältere Menschen brauchen Liebe, um den Herbst ihres Lebens mit Sinn, Würde und Zufriedenheit erleben zu können.

Liebe und Selbstliebe

Studien zeigen: Menschen mit stabilen, wertschätzenden Beziehungen sind gesünder, stressresistenter und leistungsfähiger. Unternehmen mit einer Kultur der Anerkennung haben weniger Krankenstände, geringere Fluktuation und motiviertere Mitarbeitende. Liebe – oder nennen wir es ruhig professioneller: wertschätzende Verbundenheit – zahlt sich aus. Punkt.
Und jetzt kommt das Überraschende: Liebe beginnt nicht bei den anderen. Sie beginnt bei uns selbst. Wer sich ständig innerlich zusammenfaltet, mit „zu wenig“, „nicht gut genug“ oder „hätte besser sein müssen“, braucht sich über chronische Erschöpfung nicht zu wundern. Selbstliebe ist keine Ego-Show, sondern die Grundvoraussetzung dafür, anderen überhaupt etwas geben zu können.

Die sieben Nothelfer für ein gutes neues Jahr

Damit das Ganze nicht im Kalenderblatt-Kitsch endet, hier 7 konkrete Vorschläge für Ihren Neujahrsvorsatz in Liebe – alltagstauglich, realistisch und ohne Selleriestange:

  1. Ein ehrliches Kompliment pro Tag. Ohne Ironie. Ohne Zusatzkommentar.
  2. Einmal täglich wirklich zuhören. Mund zu, Gedanken aus, Herz an.
  3. Freundlich sein zu sich selbst. Alles andere ist Auto-Mobbing.
  4. Öfter Danke sagen. Besonders für Dinge, die „eh selbstverständlich“ sind.
  5. Beziehungen pflegen statt Kontakte sammeln. Likes sind keine Nähe, Follower keine Freunde, vernetzt ist nicht verbunden.
  6. Schneller vergeben. Nicht anderen zuliebe, sondern für Ihren eigenen inneren Frieden.
  7. Zeit in Menschen investieren. To-do-Listen laufen nicht davon. Menschen schon.

Wird mit den 7 Nothelfern alles perfekt? Natürlich nicht. Aber es wird echter. Und nachhaltiger. Liebe ist kein kurzfristiger Jahresanfangsmut, sondern eine Haltung. Eine, die bleibt, auch wenn der Januar längst vorbei ist. Riskieren Sie es. Heuer. Und falls es nicht gleich klappt – seien Sie liebevoll zu sich. Auch das gehört dazu, siehe Nothelfer 3.


Lachen, Freude und Gemeinschaft als Neujahrsvorsatz …
Symbolbild: TELOS

Der vielhundertfach bewährte Weg:

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Mag. Magdalena Gasser
Institutsleitung, Personalentwicklung, Coaching