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Unternehmerservice: 6) Kündigen oder nicht?

Wie Sie die Phasen im Job positiv lenken.

Mitarbeiter im Blickpunkt: Kündigen als Lösung?

Die 6 typischen Phasen im Job.

Kündigen scheint oft der einzige Ausweg. Doch ist es wirklich eine gute Lösung? In Ausnahmefällen sicher, doch eben nur in Ausnahmefällen! Wir können 6 typische Phasen identifizieren:
Am Anfang sind Ihre Mitarbeiter meist euphorisch. Sie schmeißen sich in ihren neuen Job, machen Überstunden und geben ihr Bestes. Doch irgendwann kommt die Ernüchterung: nicht alles ist so rosig, wie es am Anfang ausgesehen hat. Beim einen kommt diese Erkenntnis früher, beim anderen später. Und was dann? Einfach alles hinschmeißen und kündigen? Sozialforscher haben festgestellt, dass – zwar individuell unterschiedlich ausgeprägt – die meisten Mitarbeiter in ihrem Job typische Phasen durchlaufen. Wenn Sie als Chef diese Gesetzmäßigkeiten kennen, können Sie damit besser umgehen und können die einzelnen Phasen besser begleiten und positiv einwirken.

1. Motivation und Begeisterung
Die erste Zeit im neuen Job ist von Motivation geprägt. Alles ist neu, alles ist aufregend. Der Mitarbeiter geht jede Aufgabe mit vollstem Elan an, ist voller Tatendrang und immer gut gelaunt. Er will alles kennenlernen: Kollegen, Arbeitsweise, Abläufe und tauchen voll an. Erschöpfung oder Probleme? Nicht in dieser Phase. Er zeigt sich von Ihrer besten Seite. Kollegen und besonders Sie als Chef sollen sehen, dass man sich in ihm nicht getäuscht hat. Er will die Erwartungen übertreffen, die man in ihn gesetzt hat.

2. Zweifel und Ernüchterung
Irgendwann kehrt der Alltag ein. Probleme tauchen auf und Meinungsverschiedenheiten zeigen sich. Der Job ist manchmal anstrengend und nervenaufreibend. Die hohen Erwartungen, die der Mitarbeiter an seine neue Arbeit gestellt hat, werden nicht alle erfüllt und die Euphorie verfliegt. Manchmal fragt er sich, ob er mit diesem Job die richtige Entscheidung getroffen hat. Womöglich denkt er an seine anderen Wahlmöglichkeiten zurück, ist unsicher und von Selbstzweifeln geplagt.

3. Anpassung und Vertrauen
In dieser dritten Phase hat sich Ihr Mitarbeiter richtig eingewöhnt. Er hat die Spielregeln in seinem neuen Job verstanden und sich in seiner neuen Rolle gefunden. Der Tiefpunkt der Ernüchterung ist überwunden. Der Mitarbeiter ist jetzt ein fester Bestandteil des Teams mit einem klaren Aufgabenfeld und klaren Verantwortlichkeiten. Auch die Kollegen lernt er immer besser kennen. In dieser Phase identifiziert er sich mehr und mehr mit seiner neuen Position. Er erzielt regelmäßig gute Leistungen und erarbeitet sich das Vertrauen von Kunden, Kollegen und Führungskräften. Auf diesen Mitarbeiter ist Verlass und bei Fragen wendet man sich gerne an ihn. Er erhält Anerkennung, hat den Antrieb, noch mehr zu leisten und sucht nach der Chance, um sich noch stärker einzubringen.

4. Erfolge und Wachstum
Ihr Mitarbeiter ist jetzt auf dem Zenit seiner Leistungsfähigkeit, liefert einen Erfolg nach dem anderen ab, wird befördert und sein Gehalt steigt. Es werden ihm immer größere Verantwortungen übertragen. Er ist motiviert, stolz auf die eigenen Errungenschaften und entwickelt den Ehrgeiz, noch besser zu werden.

5. Rückgang und Wünsche
Manchmal allerdings bleiben jetzt die Erfolge aus, an die sich Ihr Mitarbeiter schon gewöhnt habt, seine Leistungen sinken und damit auch die Zufriedenheit mit der eigenen Jobsituation. Die Motivation lässt nach, Zweifel tauchen auf und insgeheim der Wunsch nach Veränderung. Also besser kündigen? Dem gegenüber steht ein großes Sicherheitsbedürfnis: Ihr Mitarbeiter weiß, was er sich aufgebaut hat und will das nicht aufgeben. Vorerst handeln er nicht und redet sich die aktuelle Situation schön.

6. Schlusspunkt und Veränderung
Irgendwann ist jedoch möglicherweise der Punkt erreicht, an dem sich Ihr Mitarbeiter nichts mehr vormachen will. Er gesteht sich ein, dass er in diesem Job nicht mehr glücklich wird. Er empfindet seine Arbeit als Stress und Belastung. Innerlich kündigt er. Je länger er sich trotzdem zwingt durchzuhalten und im Job zu bleiben, ohne Grundsätzliches zu ändern, desto schlimmer sind die Auswirkungen. Motivation und Leistung sinken rapide und seine unglückliche Lage schlägt sogar auf die Gesundheit. Das Ende ist die Kündigung.


Bild: Wenn es bereits blitzt und donnert, ist es höchste Zeit, was zu tun!
Schnappschuss aus einem TELOS-Training. Foto: TELOS

 

Kündigen ist teuer für den Chef.

Kündigen kann teuer kommen. Teuer für den Chef, da er einen Mitarbeiter verliert, in den er Zeit und Ausbildung investiert hat und der Bescheid weiß, der die firmeninternen Prozesse, Abläufe, Kollegen, Lieferanten und Kunden – kurz das ganze Unternehmen bestens kennt und ein wichtiger Teil davon geworden ist. Dazu kommt der Faktor „innere Kündigung“: vor der tatsächlichen Kündigung sind die Betroffenen in der Regel schon längere Zeit frustriert, damit sinken Einsatz und Arbeitsleistung. Das wirkt sich auch auf die Kollegen aus, die Motivation im Team sinkt. Daher sagen wir: Kündigung ist teuer für den Chef.

Kündigen ist teuer für den Mitarbeiter.

Ja, kündigen ist  teuer auch für den Mitarbeiter selbst: er hat zwar Erfahrung gesammelt, ist aber dabei auch älter geworden und sein Marktwert auf der Jobbörse ist möglicherweise bereits beim Schwinden. Denn obwohl wir bis zur Rente immer länger arbeiten müssen, sinken gleichzeitig die Chancen auf neue Arbeitsplätze für ältere Mitarbeiter deutlich. Teuer auch deshalb, weil jeder Jobwechsel Aufwand bedeutet, doch nicht automatisch Stellen garantiert. Und schließlich teuer auch deshalb, da der Mitarbeiter mit der Kündigung zwar den Arbeitsplatz wechselt, nicht aber auch seine innere Einstellung. Die äußeren Faktoren sind immer nur EIN Teil einer Situation, der andere Teil liegt im Menschen selbst, in seinen Haltungen und Eigenheiten. Und die ändern sich nicht automatisch mit. Daher besteht das Risiko, dass bei der nächsten Stelle nach einiger Zeit die selben Probleme auftauchen. Und sich der Jobzyklus wiederholt. Und wieder und wieder… Daher sagen wir: Kündigen ist teuer für den Mitarbeiter.


Bild: Kündigen? Oder was ändern? Besser nicht warten, bis das Unbehagen zum Dauergrant gestiegen ist, sondern rechtzeitig dagegen steuern!
Aufnahme aus unserem Testlabor. Foto: TELOS

 

Was also tun?

Klar: nicht immer, nicht überall, nicht bei jedermann ist die ideale Lösung möglich. Manchmal bleibt kündigen tatsächlich die einzige Lösung. Anderseits gibt es konkrete Hilfen, wie die einzelnen Phasen im Job aktiv und konstruktiv so gestaltet werden können, dass der Punkt 6 gar nicht erst erreicht werden muss. Interventionen, die helfen, Motivation, Zusammenarbeit, Team-Spirit, ja Begeisterung zu wecken, zu halten und auszubauen. Der Königsweg dazu führt über professionelle Beratung. Hier bewährte Beispiele aus unserem „Medizinschrank“ für Mitarbeiter und Unternehmen:

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Mag. Magdalena Gasser
Institutsleitung, Personalentwicklung, Coaching