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Von Angst zu Selbstsicherheit: 12) Alarmleuchten!

Warum reagieren wir manchmal so, dass es uns nachher leid tut?

Alarmleuchten schützen uns: selbstbestimmt statt ferngesteuert!

So schützen uns die Alarmleuchten vor ungewollten Wiederholungen!

Warum manövrieren wir uns in Situationen, die wir gar nie wollten? Lassen uns mit Menschen ein, obwohl wir wissen, dass uns das nicht gut tut? Erleben Dinge, die wir genau vermeiden wollten? Reagieren so, dass es uns nachher leid tut…? Antwort gibt ein Blick auf die eigene Vergangenheit. Denn die entscheidenden Faktoren unseres heutigen Verhaltens wurden in der Kindheit angelegt: was wir damals erlebt und erfahren haben, im guten wie im Bösen, prägt uns auch heute noch im Unbewussten. Alarmleuchten und ungewollte Wiederholungen treten meist zusammen auf und so können wir diese Alarmleuchten nutzen, um die Gründe für unser Verhalten zu erforschen. Denn erst mit dem Verstehen des Gewesenen wird aktive, neue Gestaltung der Zukunft möglich. Sie können Ihre Kindheit nicht ändern, doch können Sie sie nutzen, um jetzt besser zu leben!

Jeder reagiert auf seine Weise…

Alte Geschichten und ungewollte Wiederholungen bremsen uns auch heute noch. Häufig beschreiben unsere Seminarteilnehmer Situationen, die ihnen immer wieder passieren und die sie als besonders belastend erleben. Ein Gespräch in der Gruppe zeigt aber rasch, dass die selbe Situation für andere Teilnehmende als ganz normal gilt, überhaupt nicht als belastend erlebt wird und auch kaum vorkommt.

Ein Fallbeispiel:

So erzählt zum Beispiel Helga, eine 40-jährige Lehrerin aus Meran – bitte haben Sie Verständnis, dass wir Namen wie Ort geändert haben – dass sie in ihrem Leben immer wieder mit Respektspersonen Probleme habe. So habe etwa vor einiger Zeit ein Polizist, als sie unachtsam bei Rot die Straße überqueren wollte, sie angefaucht, ob sie denn nicht lesen könne. Weiter ist nichts passiert, doch das genügt schon, um Helga den ganzen Tag zu verderben. Und auch noch Wochen nachher versichert sie sich immer wieder, ob ja kein Polizist in der Nähe ist, wenn sie die Straße überqueren will, auch wenn die Ampel noch so grün ist…


Bild: Polizeisituation in Paris – alle lachen, trotz Trillerpfeife.
Aufnahme aus unserer Symbolbibliothek.
Foto: TELOS

Eine Kettenreaktion mit Folgen:

Auf den ersten Blick scheint das nicht weiter tragisch, doch kommt bei einem solchen Verhalten ja auch noch eine allgemeine Verunsicherung dazu – die Verunsicherung, ob das, was wir gerade machen, wohl auch in Ordnung ist und nicht von einer Autoritätsperson beanstandet wird. Und das kann ja dann für wirklich alle Bereiche des Lebens gelten. Ergebnis: wir haben Angst vor Fehlern, konzentrieren uns nicht mehr auf das, was wir können, sondern auf das was wir alles falsch machen könnten – und prompt passiert es auch wieder.

Kleiner Anlass, große Folgen …

Ist es wirklich möglich, dass ein so nichtiger Anlass so weit reichende Folgen haben kann? Warum geht es gerade Helga so, während viele andere über einen schimpfenden Polizisten nur lachen würden? Kennen Sie solche Beispiele auch aus ihrem eigenen Leben? Irgend etwas passiert, was für andere vielleicht eine Kleinigkeit ist – Ihnen aber klopft das Herz im Hals, Sie können nicht mehr klar denken, ziehen sich zurück oder werden aggressiv und beginnen zu brüllen.

Alarmleuchten und ungewollte Wiederholungen …

Zwei Alarmleuchten können Ihnen helfen, solche alte Geschichten und ungewollte Wiederholungen aufzudecken:

Alarmleuchte 1:
Die Situation kommt Ihnen bekannt vor „Hoppla, jetzt passiert mir das schon wieder!” Leider brennt diese Alarmleuchte meistens erst nachträglich…

Alarmleuchte 2:
Sie bemerken, dass Ihre Reaktion dem Anlass unangemessen ausfällt, dass Sie also viel zu stark oder zu emotional reagieren. Oder dass Sie die Reaktion überdeutlich im Körper spüren. Mit etwas Übung können Sie diese Alarmleuchte bald wahr nehmen.

Beide Alarmleuchten können Hinweis sein, dass das, was gerade mit Ihnen passiert, nicht zum ersten Mal geschieht, sondern eine ungewollte Wiederholung darstellt – eine Wiederholung von altem, unerwünschten Verhalten. Bei beiden Alarmleuchten führt die Spur in die Vergangenheit.

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Bild: Alarm, hier stimmt was nicht!

Aufnahme aus unserer Symbolbibliothek.
Foto: TELOS

Der Blick in die Vergangenheit.

Die Frage für Helga könnte also lauten: wann und wo in meinem Leben bin ich einer Autoritätsperson begegnet, die mir gesagt hat, was ich falsch gemacht habe? Wer war diese Autoritätsperson? Vater, Lehrer, Pfarrer, Kindergartentante, älterer, erziehender Bruder…? Und warum hat mich das so beeindruckt, dass ich heute noch bei derartigen Situationen zurückfalle in das damalige Verhaltensmuster?

Unser neues Verhaltensrepertoire:

„Damals musste ich mich so verhalten, um zu überleben – heute habe ich ein viel breiteres Verhaltensrepertoire. Heute muss ich mich von solchen Geschichten nicht mehr unbewusst in die Vergangenheit versetzen lassen, nein heute kann ich als selbst bestimmter Erwachsener handeln!“

Alarmleuchten für den Not-Halt:

jeder Zug hat eine Notbremse – jeder Mensch auch. Diese Notbremse können wir ziehen, wenn wir merken, dass wir wieder in altes Verhalten rutschen. Allerdings: In der Situation selbst ist es oft schwierig, anders zu reagieren als gewohnt. All zu schnell schießen unsere gewohnten Verhaltensmuster wieder ein.

Gewappnet sein, statt gelähmt!

Daher ist es besser, Sie bereiten sich in ruhigen Momenten vorbeugend auf Problemsituationen vor. Dazu hilft Ihnen unser Training, so sind Sie in der Krisensituation gewappnet statt gelähmt:

1) Situation definieren!
Suchen Sie Situationen, die Ihnen immer wieder passieren und über die Sie sich nachher ärgern, wie Sie nur so dumm sein konnten, schon wieder hineinzufallen … Beschreiben Sie die Situation ausführlich und genau.

2) Alarmleuchte finden!
Suchen Sie eine deutliche Alarmleuchte dafür. Was passiert in Ihrem Körper, welches sind die allerersten Anzeichen dafür, dass sich wieder einmal eine solche Situation anbahnt.

3) Alternativen zurechtlegen!
Finden Sie einen neuen, erwachsenen Umgang damit. Das geht jetzt, aus der sicheren Distanz zur Situation selbst viel leichter: Sie sind nicht mitten in der Problemsituation, sondern sitzen in Ruhe vor Ihren Trainingsblättern und können locker einen völlig neuen Umgang damit finden und sich verschiedene Alternativen für souveränes Verhalten zurechtlegen!

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Bild: Eine Seminarteilnehmerin überlegt in Ruhe, was sie sich dazu notieren will
Aufnahme aus einem unserer Seminare.
Foto: TELOS

 

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Bild: Vater und Sohn mit der Rodel unterwegs zum heimatlichen Hof in Tils bei Brixen.
Was wir als Kind erlebt haben, im guten wie im Bösen, wirkt auch heute noch nach…
Foto: TELOS

 

Und wie ist das bei IHNEN?

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Mag. Magdalena Gasser
Institutsleitung, Personalentwicklung, Coaching

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