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Liebe & Beziehung: 12) Heiraten oder nicht?

Was für die Ehe spricht und was dagegen.

Partnerschaft heute: Heiraten oder nicht?

Am runden Tisch:

Vertreter aus Kirche und Politik und eine Betroffene diskutieren im Sender Bozen mit dem Psychologen und Psychotherapeuten Dr. Elmar Teutsch eine Stunde lang über Vor- und Nachteile der offiziellen Ehe: Heiraten oder nicht? Das zeigt, das das, was jahrhundertelang in Jurisprudenz und Kirche festgeschrieben war, heute nicht mehr „automatisch“ gilt. Dementsprechend heiß und kontrovers wurde diskutiert. Soll „man“ also heiraten oder soll man’s lassen? Ergebnis? Sowohl als auch!

Heiraten oder nicht?

Wer traut sich, sich zu trauen? Die Hälfte der Paare gehen heute wieder auseinander, wer traut sich da noch sich zu trauen? Oder bringt es doch Vorteile, sich ganz offiziell, gesetzlich oder kirchlich zueinander zu bekennen? Die Entscheidung will wohl überlegt sein. Zweckehe oder Liebesverbindung? Oder besser gar nicht heiraten, sondern „wild“ zusammen leben? Was spricht dafür und was dagegen?

Die Frau, die will…

Oft ist es die Frau, die Sicherheit sucht. Und der Mann, der die Verpflichtung scheut und es lieber schleifen lässt: „Es geht ja auch so, kochen tut „Sie“ ja, Socken waschen auch, warum also was ändern. Und das Haus, das gemeinsame Nest gehört ohnehin mir, mir alleine. (Erbteil, Startkapital, Kredit … das Passende wird der Mann problemlos hier einfügen) Wenn’s kracht, braucht sie nur gehen.“ Vielleicht doch nicht ganz ein stützender Grundgedanke einer Partnerschaft, oder? Und was, wenn Kinder kommen? Heiraten oder nicht heiraten – das ist hier die Frage. Wo doch die Frau möglicherweise für kurze oder längere Zeit Ihren Job aufgibt, zugunsten von Pflege und Aufzucht der Brut (Pardon, der Kinder natürlich, da ist uns das Tierreich hereingerutscht!)?

Heiraten oder nicht? Die übliche Ausrede…

Wie sagen Sie: im Tierreich wären es ja auch die Männchen, die arbeiten? Ja, wer jagt denn bei den Löwen? Etwa der Herr der Tiere? Kaum. Es sind die LöwINNEN! Und wer sitzt denn bei 50 Grad Minus in der Antarktis auf den Eiern? Die Männchen. Ohne Essen und Trinken sorgen sie dafür, dass die Kleinen schlüpfen. Das ist Hingabe an die Brut! Auch bei den Gottesanbeterinnen sorgen die Männchen (in gewisser Weise) für das Gedeihen des Nachwuchses: nach der Begattung werden sie vom Weibchen einfach aufgefressen und spenden so (persönlich vielleicht ungewollt, von der Natur jedoch so vorgesehen) Nahrung und Energie für die nächste Ei-Ablage. Also bitte keine faule Ausrede mehr. Auch der Hinweis auf Naturvölker reicht nicht: die Urmenschenmänner, die jagend dem Säbelzahltiger trotzten und das Mammut erbeuteten, während die Urmenschenmami in der Höhle saß und die Kleinen in Fell wickelte – all das mag zwar wahr sein, zählt aber nicht mehr als Entschuldigung fürs Kneifen von der Verantwortung. Dazu reicht ein Blick auf den Kalender: sehen Sie die Jahreszahl? Eben! Und TV, Computer, Smartphon, Auto und Pensionsversicherung haben Sie wohl auch – also nix mehr Urmensch!

Der Mann, der will…

Manchmal ist es auch der Mann, der möchte. Und die Frau, die zögert. Weil sie vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht hat. Weil sie Konventionen hasst. Weil sie nicht lieben müssen mag, sondern lieber lieben wollen mag. Oder aus 1.000 anderen Gründen. Vielleicht will sie ihre Unabhängikeit nicht aufgeben. Und Ihre schöne Wohnung behalten, eventuell vermieten und als Reserve behalten, wenn es Probleme gibt. Tatsache ist, dass es neben verschiedenen Nachteilen auch eine Reihe von Vorteilen gibt, wenn auf die Eheschließung verzichtet wird. Teilnehmer unserer Gruppen haben zu Beispiel notiert:

Einige genannte Gründe und Vorteile des Nicht-Heiratens:
• Ich weiß dass Er/Sie aus Liebe bei mir bleibt und nicht, weil er muss
• Ich muss mich immer wieder um Ihn/Sie bemühen und das bringt Lebendigkeit
• Ich bin nicht in ein juridisch/gesellschaftlich/religiöses Korsett gezwängt
• Ich habe bereits schlechte Erfahrungen gemacht
• Ich will meine Unabhängigkeit nicht aufgeben
• Ich will nicht „eheliche Pflichten“ erfüllen müssen
• Ich kann/will aus beruflichen Gründen nicht heiraten (Priester, Militär, Karriere …)
• Ich sehe nicht ein, warum ich was ändern soll

Einige genannte Gründe und Vorteile der offiziellen Eheschließung:
• Ich bin juridisch abgesichert
• Ich bin erbberechtigt
• Ich könnte sonst nicht mal eine Arztauskunft (über den Partner) erhalten
• Ich bin pensionsberechtigt
• Unser Einkommen wird günstiger versteuert
• Wir erhalten finanzielle Vergünstigungen
• Im Todesfall würde ich sonst auf der Straße stehen
• Ich will meinem Partner Sicherheit bieten
• Ich will zeigen, dass es mir ernst ist
• Es ist ein Beweis, dass ich ihn/sie liebe
• So weiß ich, dass er/sie mich liebt

Fix ist, dass nix fix ist.

So oder so kann eine Beziehung anhalten oder auseinander brechen. Da hilft kein Ehevertrag und auch keine „Ungebundenheit“, kein Zettel, kein Papier, keine Vereinbarung. Auch eine gemeinsame Verpflichtung wie die Ratenzahlung für Haus oder Wohnung ist keine Garantie. Auch ein gemeinsames Bankkonto ist schnell aufgelöst. Schulden? Kein Problem für die Bank, die holt es sich auf jeden Fall von dem, der es am ehesten hat. Ja, und die Kinder, die sind leider auch kein Ehekitt mehr, wie es früher oft hieß. Die moderne Familie trägt nicht umsonst den Namen „Patchwork“. Klingt auf jeden Fall harmloser als das deutsche Wort „Flicklteppich“ …

Was also kann helfen?

Was sorgt also eher dafür, dass Beziehungen stark bleiben, Krisen aushalten und Veränderungen überleben? Wenn Sie diese Serie (hier haben Sie immerhin die zwölfte Ausgabe vor Augen) aufmerksam verfolgt haben, sind Sie schon ziemlich mit Hinweisen, Denkanstößen und Praxis-Tipps eingedeckt. Was sollen wir ihnen also noch empfehlen? Wie wär’s mit diesen Bestandteilen einer glücklichen Beziehung: Liebe – Verständnis – Durchhaltevermögen – Toleranz – Wertschätzung – Achtung – Gemeinsames – Freiräume – Zeit füreinander – Gespräche – ……… (Fügen Sie hier einfach IHRE Rezepte ein!).

 


Bild: Unser Institutsgründer, der Psychologe und Psychotherapeut Dr. Elmar Teutsch im Sendestudio der RAI.
Foto: M. Gasser

Beziehung auf der Waagschale:

Sollte trotz allen Bemühens der Zeiger Ihrer Beziehungswaage immer mehr nach unten zeigen, dann sollten Sie die Situation nicht ewig weiter schleppen, sondern sich rasch professionelle Hilfe holen, zum Beispiel eine persönliche Beratung oder kommen Sie in eine unserer Gruppen. Denn in diesem geschützten Rahmen lässt sich die eigene Position objektiv überprüfen, Vergangenes auflösen und neues Verhalten risikolos ausprobieren. Die neuen Lösungswege übertragen Sie sehr behutsame und schrittweise in Ihren Alltag und können dadurch zu mehr Glück und Lebensfreude gelangen. Besonders bewährte Hilfen aus unserem „Medizinkasten“ finden Sie hier unten. Raffen Sie sich auf, machen Sie den ersten Schritt! Und zwar je früher, desto besser, denn später könnte ZU spät sein!

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Mag. Magdalena Gasser
Institutsleitung, Personalentwicklung, Coaching

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