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Reden mit Wirkung: Der Rede-Fahrplan

Keine Chance dem Redebrei!

Erst planen, dann glänzen – mit unserem Rede-Fahrplan!

Einfach drauflosreden? Viel Glück!

Sie stehen vor Publikum. Zehn Augenpaare, hundert oder nur die Schwiegermutter. Alle warten gespannt. Sie öffnen den Mund und legen los. Nach drei Minuten haben Sie sich grandios verzettelt, nach fünf wissen Sie selbst nicht mehr, worauf Sie hinauswollten. Und Ihre Zuhörer? Die haben innerlich bereits Feierabend. Dabei kann es so einfach sein: Eine gute Rede braucht einen guten Fahrplan. Einsteigen, bitte: mit unserem Rede-Fahrplan machen Sie aus Gedanken klare Botschaften.

Man brauche gewöhnliche Worte und sage ungewöhnliche Dinge.
Arthur Schopenhauer (1788–1860), deutscher Philosoph und Schriftsteller.

Wer das Ziel nicht kennt, redet sich um Kopf und Kragen!

Kennen Sie diese Redner, die reden und reden und reden? Sie beginnen beim Wetter, machen einen Zwischenstopp bei der Weltwirtschaft, streifen kurz das Liebesleben der Nachbarn und landen schließlich irgendwo im rhetorischen Nirwana. Das Publikum wartet derweil verzweifelt auf den roten Faden. Vergeblich!
Ob Präsentation im Unternehmen, Ansprache beim Vereinsfest, Wortmeldung in einer Sitzung oder Rede zum runden Geburtstag: Wer etwas zu sagen hat, sollte wissen, wohin die Reise geht. Und vor allem, was bei den Zuhörern ankommen soll. Der Rede-Fahrplan hilft dabei. Er führt Sie durch fünf entscheidende Stationen: Ziel festlegen, Einstieg gestalten, Hauptteil aufbauen, Schluss setzen und alles sorgfältig vorbereiten. Die Reihenfolge auf der Bühne lautet dann ganz einfach: einsteigen, Orientierung geben, das Wesentliche vermitteln und mit einem starken Schluss landen.
Klingt unspektakulär? Mag sein. Aber auch ein Spitzenkoch braucht ein Rezept. Zumindest sollte er wissen, ob er gerade eine Hochzeitstorte oder eine Gulaschsuppe zubereitet.

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Redner brauchen Konzentration: unsere Institutsleiterin, Mag. Magdalena Gasser, zeigt Atemübungen.
Schnappschuss aus einem unserer Rhetorik-Trainings.
Foto: TELOS

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Fünf Stationen bis zum Applaus!

Manche Redner verlassen sich auf ihr Talent. Andere auf einen Stapel Notizzettel. Und wieder andere hoffen auf göttliche Eingebung. Kann funktionieren. Muss aber nicht! Wer seine Zuhörer erreichen möchte, sollte seine Rede bewusst gestalten. Die folgenden fünf Stationen bringen Ordnung in die Gedanken, Sicherheit ins Auftreten und Schwung in die Sache. Ganz ohne rhetorischen Führerschein!

Station 1 – Das Ziel: Wohin soll die Reise gehen?

Bevor Sie auch nur einen Satz formulieren, klären Sie Ihr Ziel. Was sollen Ihre Zuhörer am Ende wissen, denken, fühlen oder tun? Möchten Sie informieren, überzeugen, motivieren oder unterhalten? Wer alles gleichzeitig versucht, erreicht bisweilen gar nichts. Formulieren Sie Ihr Redeziel deshalb in einem einzigen klaren Satz. Der wird zu Ihrem Kompass.
So könnte Ihr Redeziel lauten:
• „Nach meiner Präsentation sollen die Kollegen die neue Vorgehensweise verstehen.“
• „Ich möchte die Geschäftsleitung für meinen Vorschlag gewinnen.“
• „Meine Geburtstagsrede soll die Gäste zum Lachen bringen und das Geburtstagskind berühren.“
• „Am Ende sollen die Vereinsmitglieder Lust haben, beim Projekt mitzumachen.“

Station 2 – Der Einstieg: Weg mit dem Gähnfaktor!

Sorgen Sie für einen Einstieg, der neugierig macht! Die ersten Sätze entscheiden mit darüber, ob Ihre Zuhörer aufmerksam werden oder geistig zur Kaffeemaschine pilgern. Beginnen Sie deshalb möglichst interessant: mit einer überraschenden Frage, einer kurzen Geschichte, einer ungewöhnlichen Feststellung oder einem aktuellen Anlass. Verzichten Sie auf endlose Begrüßungsrituale und überflüssige Vorreden. Kommen Sie rasch zur Sache!
Vier Möglichkeiten für einen gelungenen Einstieg:
• „Wissen Sie, was uns jedes Jahr Tausende Euro kostet? Eine einzige schlechte Gewohnheit!“
• „Gestern ist mir etwas passiert, das meine Sicht auf unsere Zusammenarbeit verändert hat.“
• „Stellen Sie sich vor, Sie hätten plötzlich eine Stunde mehr Zeit pro Tag.“
• „Wer von Ihnen hat sich schon einmal über eine völlig unnötige Besprechung geärgert?“

Station 3 – Der Hauptteil: Ordnung statt Gedankensalat!

Jetzt kommt die eigentliche Botschaft. Wählen Sie wenige wesentliche Inhalte und bringen Sie diese in eine nachvollziehbare Reihenfolge. Ihre Zuhörer brauchen Orientierung und klare Übergänge. Was gehört zusammen? Was baut aufeinander auf? Was kann getrost weg? Denken Sie daran: Ihr Publikum hört Ihre Gedanken zum ersten Mal. Sie selbst kennen sie vermutlich schon seit Wochen.
So schaffen Sie einen nachvollziehbaren Aufbau:
• Vom Problem zur Lösung: „Hier stehen wir. Das läuft schief. So können wir es verbessern.“
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Vom Gestern zum Morgen: „So war es bisher. Das hat sich verändert. Das planen wir jetzt.“
•Vom Bekannten zum Neuen: „Das kennen Sie bereits. Darauf können wir aufbauen.“
• Vom Allgemeinen zum Besonderen: „Zuerst betrachten wir das Ganze, dann ein konkretes Beispiel.“

Station 4 – Der Schluss: Abgang mit Nachhall!

Das Beste kommt zum Schluss! Ein guter Schluss bleibt im Gedächtnis. Ein schlechter klingt ungefähr so: „Ja, also … das war’s dann eigentlich.“ Autsch! Bereiten Sie Ihr Finale besonders sorgfältig vor. Fassen Sie die Kernbotschaft zusammen, formulieren Sie eine klare Aufforderung oder schlagen Sie den Bogen zum Einstieg. Und wenn Sie fertig sind: Hören Sie auf! Widerstehen Sie der Versuchung, noch drei Nebengedanken nachzuliefern.
So könnte ein wirkungsvoller Schluss klingen:
• „Wenn wir heute eine Sache verändern, dann diese: Wir hören unseren Kunden besser zu.“
• „Ich lade Sie ein, bereits morgen den ersten Schritt zu machen.“
• „Vorhin habe ich Sie gefragt, was uns am meisten Zeit kostet. Jetzt kennen wir die Antwort. Und die Lösung!“
• „Und deshalb wünsche ich dir zum Geburtstag vor allem eines: Bleib so wunderbar unvernünftig, wie du bist!“

Station 5 – Die Vorbereitung: Üben statt hoffen!

Eine Rede entsteht am Schreibtisch. Ihre Wirkung entfaltet sie vor Menschen. Deshalb genügt es nicht, den Text dreimal durchzulesen und auf das Beste zu hoffen. Sprechen Sie die Rede laut, prüfen Sie die Dauer und achten Sie auf Übergänge. Besonders Einstieg und Schluss sollten sicher sitzen. Ein übersichtlicher Stichwortzettel gibt Halt, ohne Sie an ein Manuskript zu ketten.
Vier einfache Vorbereitungstricks:
• Halten Sie Ihre Rede probeweise vor einer vertrauten Person und bitten Sie um ehrliches Feedback.
• Stoppen Sie die Zeit. Fünf Minuten Redezeit sind erstaunlich schnell vorbei.
• Schreiben Sie auf Ihre Stichwortkarte nur Schlüsselbegriffe, keine Textwüsten.
• Proben Sie besonders die ersten und letzten Sätze, bis sie Ihnen mühelos über die Lippen gehen.

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Vom ersten Wort zum Volltreffer!
Schnappschuss aus einem unserer Rhetorik-Trainings: hier in der Seminarpause auf der TELOS-Terrasse.
Foto: TELOS

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Die größten Fehler: Wenn die Rede im Straßengraben landet!

Die meisten Redepannen beginnen lange vor dem ersten gesprochenen Wort. Man sammelt Material, schreibt drauflos, ergänzt noch schnell drei Gedanken und streicht vorsichtshalber gar nichts. Schließlich könnte ja alles wichtig sein! Das Ergebnis: ein rhetorischer Bauchladen mit zwanzig Angeboten und ohne erkennbare Richtung. Drei Fehler begegnen uns besonders häufig. Wer sie kennt, kann ihnen elegant ausweichen.

Fehler 1: Reden ohne Ziel – Hauptsache, der Mund bewegt sich!

Das Problem: Sie haben viel zu erzählen, aber keine klare Botschaft. Ein Gedanke führt zum nächsten, eine Erinnerung zur übernächsten. Ihr Publikum fragt sich irgendwann, worauf Sie eigentlich hinauswollen.
Typische Situationen: Projektbesprechungen, bei denen jedes Detail noch einmal aufgerollt wird. Vereinsversammlungen, deren Redner vom Hundertsten ins Tausendste kommen. Festreden, in denen sich fünf Geschichten um dieselbe Pointe drehen.
Besser so: Fragen Sie sich vorab: „Was sollen meine Zuhörer am Ende mitnehmen?“ Schreiben Sie die Antwort auf. Alles, was diesem Ziel nicht dient, wird gekürzt oder gestrichen. Auch wenn es noch so interessant klingt. Zumindest für Sie.

Fehler 2: Der Hauptteil frisst die ganze Rede!

Das Problem: Nach einer ausführlichen Einleitung folgt ein endloser Hauptteil. Beispiele, Zahlen, Nebengeschichten, Zusatzinformationen – alles muss unbedingt hinein. Plötzlich ist die Redezeit vorbei. Für einen ordentlichen Schluss bleibt nur ein hastiges „Danke!“.
Typische Situationen: Präsentationen mit 48 Folien für 20 Minuten. Jubiläumsreden mit lückenloser Familienchronik. Fachvorträge, in denen der Redner seine komplette Expertise unterbringen möchte.
Besser so: Teilen Sie Ihre Redezeit bewusst ein. Reservieren Sie ausreichend Zeit für Einstieg und Schluss. Streichen Sie alles, was Ihre Kernbotschaft verwässert. Lieber drei Gedanken, die ankommen, als dreißig, die unterwegs verloren gehen.

Fehler 3: Das Manuskript als Rettungsring!

Das Problem: Aus Angst, etwas zu vergessen, wird jedes Wort aufgeschrieben. Bei der Rede kleben die Augen am Papier. Statt einer lebendigen Ansprache bekommt das Publikum eine Vorlesestunde. Besonders schlimm wird es, wenn der Redner bei jedem Versprecher hektisch nach der verlorenen Textstelle sucht.
Typische Situationen: Ansprachen bei Firmenfeiern, Referate vor Kollegen oder Hochzeitsreden, bei denen der Vortragende mehr Kontakt zum Manuskript als zu den Gästen hat.
Besser so: Bereiten Sie Ihre Rede gründlich vor, aber arbeiten Sie möglichst mit Stichworten. Üben Sie die gedanklichen Übergänge und formulieren Sie frei. Bei schwierigen Zahlen, rechtlich heiklen Aussagen oder wichtigen Zitaten dürfen Sie selbstverständlich ablesen. Souveränität bedeutet schließlich auch, seine Grenzen zu kennen.

Der Rede-Fahrplan für Job und Alltag: Wer den Weg kennt, kommt besser an!

Sie brauchen weder ein Naturtalent noch eine professionelle Rampensau zu sein, um eine überzeugende Rede zu halten. Was Sie brauchen, ist Klarheit. Über Ihr Ziel, Ihre Botschaft und Ihre Zuhörer. Der Rede-Fahrplan liefert dafür eine zuverlässige Orientierung: Erst festlegen, was erreicht werden soll. Dann mit einem interessanten Einstieg die Aufmerksamkeit gewinnen, im Hauptteil die wesentlichen Gedanken verständlich vermitteln und mit einem klaren Schluss einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Und bitte die Vorbereitung nicht vergessen! Wer seine Rede laut übt, erkennt holprige Übergänge, überflüssige Passagen und zeitliche Engpässe. Dabei darf ruhig etwas schiefgehen. Lieber beim Proben über den eigenen Satz stolpern als später vor versammelter Mannschaft. Ob Sie vor drei Freunden, dreißig Kollegen oder dreihundert Gästen sprechen: Geben Sie Ihren Zuhörern Orientierung. Machen Sie es ihnen leicht, Ihnen zu folgen. Und gönnen Sie ihnen einen ordentlichen Schluss. Denn irgendwann möchte selbst das begeisterteste Publikum wieder nach Hause.

Die TELOS.Expertenbox

Eine überzeugende Rede braucht ein klares Ziel, einen spannenden Einstieg, einen geordneten Hauptteil und einen starken Schluss. Gute Vorbereitung gibt Sicherheit. Und wer rechtzeitig aufhört, bleibt eher in guter Erinnerung!

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Geben Sie Ihren Worten eine Richtung!
Schnappschuss aus einem unserer Rhetorik-Seminare

Foto: TELOS

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Gute Redner werden gemacht!

Die gute Nachricht: Niemand muss wortlos und sprachlos bleiben, niemand in Unsicherheit stecken bleiben. Souveränes Reden lässt sich lernen und trainieren. In den TELOS-Seminaren, Trainings und Coachings üben Teilnehmende beispielsweise, Präsentationen klarer aufzubauen, Besprechungen zielgerichteter zu gestalten und bei wichtigen Ansprachen sicherer aufzutreten. Seit über 30 Jahren verbinden wir psychologisches Know-how mit aktuellen Trainingsmethoden, individuell abgestimmten Weiterbildungsmaßnahmen und gezielter Lernerfolgskontrolle. So wird aus dem Rede-Fahrplan ein Werkzeug für den Alltag.  Hier einige besonders bewährte Rezepte aus unserem Medizinschrank:

Schild Hilfe Wirbel Strudel Wasser Meer / Foto und Grafik: TELOS - 05834bSo helfen unsere persönlichen Beratungen & Coachings  >>

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Mag. Magdalena Gasser
Institutsleitung | Personalentwicklung | Coaching