
Raus aus dem Wolkental, hin auf die Sonnenseite!
Covid, Spanische Grippe, Schweinegrippe, „normale“ Grippe … Rotznase, Fieber und Schlimmeres drohen, wenn wir uns ein böses Virus eingefangen haben. Negative Gedanken können sich ebenfalls rapide ausbreiten. Ein schwieriges Kundengespräch, eine kritische Rückmeldung, ein Konflikt im Team oder eine Präsentation vor wichtigen Entscheidern: Im Berufsalltag gibt es viele Situationen, in denen negative Gedanken schnell die Oberhand gewinnen können.
„Das geht bestimmt schief.“ – „Die anderen sind besser vorbereitet.“ – „Ich werde mich blamieren.“ – „Das schaffe ich nicht.“
Solche Gedanken wirken nicht nur auf unsere Stimmung. Sie beeinflussen auch unsere Körpersprache, unsere Entscheidungen und unser Verhalten. Wer innerlich bereits vom Scheitern ausgeht, tritt oft vorsichtiger auf, vermeidet Entscheidungen oder konzentriert sich stärker auf mögliche Fehler als auf Lösungen.
Die gute Nachricht: Gedanken sind nicht unveränderlich. Mit gezieltem Training können wir lernen, belastende Gedankenschleifen früher zu erkennen und ihnen bewusst etwas entgegenzusetzen. Genau dabei hilft die „Gedankenimpfung“.
Negative Gedanken einfach NICHT zu denken, funktioniert meistens nicht. Sie kennen das berühmte Beispiel: Versuchen Sie einmal, nicht an einen rosaroten Elefanten zu denken. Besser ist es, den Fokus bewusst zu verändern. Identifizieren Sie zuerst Ihre typischen „Gedankenschädlinge“ im Berufsalltag. Welche Sätze tauchen immer wieder auf? Welche Befürchtungen bremsen Sie? Welche inneren Bilder verstärken Stress und Unsicherheit?
Im zweiten Schritt suchen Sie eine passende Gegenbewegung: Welche realistische, hilfreiche Sichtweise stärkt Sie in dieser Situation? Welche Erfahrungen zeigen Ihnen, dass Sie die Herausforderung bewältigen können? Welche Gedanken lenken Ihre Aufmerksamkeit wieder auf Ihre Kompetenzen und Handlungsmöglichkeiten?
So entsteht Schritt für Schritt Ihre persönliche Gedankenimpfung.

Foto: Der rosarote Elefant, der nicht mehr aus dem Kopf will…
Bild aus unserer Symbolbibliothek.
Manchmal reicht bereits eine kurze Unterbrechung, um aus einer negativen Gedankenspirale auszusteigen. Nehmen Sie einige ruhige Atemzüge und lösen Sie sich für einen Moment von Bildschirm, Telefon und aktuellem Problem. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit bewusst auf etwas, das Ihnen Sicherheit und Zuversicht vermittelt.
Das kann eine erfolgreich gemeisterte berufliche Situation sein. Ein schwieriges Gespräch, das Sie gut geführt haben. Eine Präsentation, die gelungen ist. Ein Projekt, das Sie trotz anfänglicher Zweifel erfolgreich abgeschlossen haben. Oder die Erinnerung an eine eigene Stärke, auf die Sie sich verlassen können.
Solche inneren Bilder ersetzen das Problem nicht. Sie helfen aber dabei, Abstand zu gewinnen und die eigene Handlungsfähigkeit wieder wahrzunehmen.

Foto: Teilnehmer bei einer kurzen mentalen Auszeit.
Schnappschuss aus einem unserer Seminare
Foto: TELOS
Mit etwas Übung lässt sich diese Methode schnell einsetzen. Schon wenige Minuten können genügen. Immer dann, wenn Sie bemerken, dass Sie ins Grübeln geraten, sich vor einem wichtigen Termin gedanklich selbst schwächen oder ein berufliches Problem im Kopf immer größer wird, können Sie bewusst gegensteuern. Statt die negativen Gedanken endlos weiterzudenken, fragen Sie sich zum Beispiel:
• Was kann ich konkret beeinflussen?
• Was spricht dafür, dass ich diese Situation bewältigen kann?
• Welche meiner Stärken hilft mir jetzt?
• Was wäre ein hilfreicher nächster Schritt?
Wenn Sie noch etwas mehr Zeit investieren möchten, können Sie belastende berufliche Situationen gezielt schriftlich bearbeiten und alternative Sichtweisen entwickeln.
Eine gute Hilfe dazu ist unsere Broschüre „Positive Psychologie“ – Sie finden sie hier kostenlos und unverbindlich zum Herunterladen:

Foto: Dieses Arbeitsbuch in gebundener Form.
Texte, Fotos und Grafik: TELOS

Texte, Arbeitsblätter und Bilder, 35 Seiten, pdf-Format, 7 MB >>
Dieses Angebot ist im Rahmen unserer Artikelserie in den öffentlichen Medien für begrenzte Zeit kostenlos freigeschaltet. Sämtliche 6 Bände dieses Lernthemas und einen Überblick über viele weitere aktuelle Themen bekommen Sie auf unserer Website:
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Natürlich gelingt es nicht immer auf Anhieb, negative Gedankenspiralen zu unterbrechen. Gerade unter Zeitdruck, bei Konflikten oder in Phasen hoher Belastung laufen vertraute Denkmuster besonders schnell ab. Der entscheidende Unterschied: Sie können lernen, diese Muster früher zu erkennen.
Je häufiger Sie bewusst gegensteuern, desto leichter wird es. Mit der Zeit entsteht ein größeres Repertoire an hilfreichen Gedanken, inneren Bildern und konkreten Strategien. So gewinnen Sie schneller wieder Klarheit und können sich auf das konzentrieren, was im Berufsalltag zählt: Lösungen finden, Entscheidungen treffen und handlungsfähig bleiben.

Bild: Negative Gedanken können sich festsetzen – bewusstes Gegensteuern schafft neuen Handlungsspielraum.
Aufnahme aus einem unserer Seminare.
Foto: TELOS
Wenn belastende Gedankenschleifen trotz aller eigenen Bemühungen immer wieder die Oberhand gewinnen, kann professionelle Unterstützung sinnvoll sein. In Coachings und Seminaren können Führungskräfte und Mitarbeitende typische berufliche Situationen analysieren, hinderliche Denkmuster erkennen und neue Strategien entwickeln. Dabei geht es nicht darum, Probleme schönzureden oder ausschließlich „positiv zu denken“. Entscheidend ist vielmehr, Situationen realistischer einzuschätzen, die eigenen Ressourcen bewusster zu nutzen und auch unter Druck handlungsfähig zu bleiben.
Immer wieder erleben zahlreiche Menschen in unseren Trainings und Beratungen, wie sie dadurch ihre Kommunikation, Entscheidungsfähigkeit und persönliche Sicherheit im Berufsalltag verbessern können.


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Mag. Magdalena Gasser
Institutsleitung | Personalentwicklung | Coaching