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Souverän im Job: Sorgen im Beruf überwinden!

Sorgen lösen keine Probleme.

Denken Sie voraus, aber nicht im Kreis!

Schluss mit dem Kopfkino: Risiken prüfen, Entscheidungen treffen und Sorgen im Beruf überwinden!

Was, wenn …? Willkommen im Sorgenkarussell!

Was, wenn der Auftrag platzt? Was, wenn die Präsentation schiefgeht? Was, wenn der neue Mitarbeiter nicht funktioniert, der Kunde abspringt oder die Entscheidung falsch war? Sorgen gehören zum Berufsleben. Schließlich tragen Führungskräfte und Unternehmer Verantwortung. Problematisch wird es, wenn vernünftige Vorsicht zum Dauerkino im Kopf wird. Dann kostet Grübeln Energie – ohne auch nur ein einziges Problem zu lösen. Wie also können wir Sorgen im Beruf überwinden?

Denken ja. Grübeln nein. Sorgen sind noch keine Risikostrategie

Wer Verantwortung trägt, muss vorausdenken. Unternehmen leben davon, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen. Deshalb wäre es wenig klug, jede Sorge einfach wegzuwischen. Manche Befürchtungen weisen auf reale Gefahren hin und verdienen unsere Aufmerksamkeit. Psychologisch interessant wird es dort, wo aus konstruktivem Nachdenken endloses Grübeln wird. Wir spielen dieselben Szenarien wieder und wieder durch, ohne neue Informationen zu gewinnen oder eine Entscheidung zu treffen. Das Gehirn versucht dabei, Unsicherheit durch Denken zu kontrollieren. Dummerweise produziert mehr Denken nicht automatisch mehr Sicherheit. Besonders Führungskräfte, Unternehmer und Menschen mit hoher Verantwortung kennen diesen Mechanismus. Je größer die möglichen Folgen einer Entscheidung, desto verlockender wird der Gedanke: „Ich muss nur noch ein bisschen länger darüber nachdenken.“
Das kann teuer werden. Entscheidungen verzögern sich, Konzentration geht verloren, Gespräche werden aufgeschoben und Energie fließt in Probleme, die möglicherweise niemals eintreten. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Kann ich etwas tun? Wenn ja: handeln. Wenn nein: akzeptieren, beobachten – und den Kopf wieder für Wichtigeres freigeben.

Sorgen im Beruf überwinden: Fünf praktische Wege

Sorgen verschwinden selten auf Kommando. „Mach dir keine Sorgen!“ gehört ungefähr in dieselbe Ratgeberliga wie „Sei einfach glücklich!“. Hilfreicher ist es, Befürchtungen zu konkretisieren, ihren Realitätsgehalt zu prüfen und daraus eine Entscheidung abzuleiten. Sorgen runter, Handlungskraft rauf! Die folgenden fünf Strategien helfen, aus diffusem Kopfkino wieder konkretes Handeln zu machen.

Praxistipp 1: Benennen Sie die Sorge präzise

„Das Projekt macht mir Sorgen“ ist wenig hilfreich. Was genau befürchten Sie? Dass der Termin nicht hält? Die Kosten steigen? Ein wichtiger Kunde abspringt? Je genauer Sie die Befürchtung formulieren, desto besser können Sie damit arbeiten. Aus einem diffusen Gefühl wird ein konkretes Thema, damit können Sie schon eher Sorgen im Beruf überwinden. Praxisbeispiele: 
– „Ich befürchte, dass wir den Liefertermin nicht halten.“
– „Mir fehlt noch die Zustimmung des wichtigsten Entscheiders.“
– „Ich sehe ein Kostenrisiko bei der Umsetzung.“
– „Ich bin unsicher, ob das Team genügend Ressourcen hat.“
– „Ich befürchte Widerstand gegen die neue Regelung.“

Praxistipp 2: Trennen Sie Fakten von Fantasie

Unser Gehirn ist ein talentierter Drehbuchautor. Aus „Der Kunde hat noch nicht geantwortet“ wird schnell „Er ist unzufrieden, kündigt den Vertrag und erzählt es anschließend der halben Branche“. Prüfen Sie deshalb nüchtern: Was weiß ich tatsächlich? Was vermute ich? Welche Informationen fehlen? Praxisbeispiele: 
– Den Kunden anrufen, statt seine Gedanken zu erraten.
– Zahlen prüfen, bevor Sie vom schlimmsten Szenario ausgehen.
– Eine Rückmeldung einholen, statt Ablehnung zu unterstellen.
– Zwischen möglichem und wahrscheinlichem Risiko unterscheiden.
– Fehlende Informationen gezielt beschaffen.

Praxistipp 3: Sorgen im Beruf überwinden beinhaltet die Frage „Kann ich etwas beeinflussen?“

Sorgen werden besonders belastend, wenn wir Dinge kontrollieren wollen, die außerhalb unseres Einflusses liegen. Teilen Sie deshalb gedanklich in zwei Bereiche: beeinflussbar und nicht beeinflussbar. Im ersten Bereich wird gehandelt. Beim zweiten brauchen wir Akzeptanz, Beobachtung und gegebenenfalls einen Plan B. Praxisbeispiele: 
– Eine Präsentation gründlich vorbereiten statt die Reaktion des Publikums kontrollieren zu wollen.
– Mit dem Team einen Notfallplan für Lieferprobleme entwickeln.
– Den eigenen Verhandlungsspielraum klären.
– Bei unsicherer Marktentwicklung mehrere Szenarien vorbereiten.
– Nach einer guten Vorbereitung die Entscheidung treffen.

Praxistipp 4: Geben Sie dem Grübeln einen Endtermin

Wer ohne Grenze nachdenkt, kann erstaunlich lange nachdenken. Setzen Sie sich deshalb einen Zeitpunkt, an dem aus Analyse eine Entscheidung werden muss. Das verhindert, dass Vorsicht zur Endlosschleife wird. Praxisbeispiele: 
– „Bis 15 Uhr sammle ich Informationen, danach entscheide ich.“
– Für eine wichtige Entscheidung drei Kriterien festlegen.
– Nach zwei Rücksprachen den nächsten Schritt bestimmen.
– Eine offene Frage auf die Tagesordnung des nächsten Meetings setzen.
– Nach der Entscheidung nicht jeden Morgen wieder bei null anfangen.

Praxistipp 5: Machen Sie aus Sorgen einen nächsten Schritt

Die wirksamste Antwort auf viele berufliche Sorgen ist Handlung. Fragen Sie: Was ist der kleinste sinnvolle Schritt, den ich jetzt tun kann? Ein Telefonat, eine Information, ein Gespräch oder eine Entscheidung kann mehr Klarheit schaffen als eine weitere Stunde Kopfkino. Praxisbeispiele: 
– Einen schwierigen Kunden direkt anrufen.
– Ein Problem frühzeitig mit der Führungskraft besprechen.
– Einen Konflikt ansprechen, bevor er größer wird.
– Zuständigkeiten im Projekt eindeutig klären.
– Für ein erkanntes Risiko einen Plan B entwickeln.

Kennen – Nennen – Trennen: Sorgen konkret machen

Ein hilfreiches Prinzip aus unseren psychologischen Übungen lautet „Kennen – Nennen – Trennen“.
Kennen: Nehmen Sie wahr, dass Sie sich gerade sorgen. Welche Situation löst das Grübeln aus? Was passiert körperlich und gedanklich?
Nennen: Formulieren Sie möglichst präzise, was Sie befürchten. „Die Zukunft macht mir Sorgen“ lässt sich kaum bearbeiten. „Ich befürchte, dass wir unseren wichtigsten Kunden verlieren“ dagegen schon.
Trennen: Unterscheiden Sie anschließend zwischen Tatsache, Möglichkeit und Fantasie. Welche Hinweise sprechen tatsächlich für Ihre Befürchtung? Wie wahrscheinlich ist sie? Was können Sie beeinflussen?
Unser Lehrsatz dazu:

Die größte Angst ist die Angst vor dem Unbekannten.
Wenn ich konkret benenne, WAS ich befürchte, ist diese Angst nicht mehr unbekannt.

Dieser Satz beschreibt das therapeutische Prinzip, das unserer Übung „Kennen, nennen, trennen“ zu Grunde liegt. Entdecken Sie hier die 3 Schritte, wie Sie irrationale Ängste loslassen können! Wenn Sie sich ernsthaft damit auseinandersetzen, werden bald auch Sie erkennen: Handlungskraft statt Sorgen! Mehr dazu lesen Sie in unseren Unterlagen:

Ihre Arbeitsbroschüre zum Thema

Holen Sie sich aus unserer Reihe „Homelearning“ die 14-seitige Arbeitsbroschüre „Ängste loslassen“, komplett mit den Übungsblättern „Kennen – Nennen – Trennen“ und speziellen Angstkarten – im Gratis-Download.  Dieses Angebot ist im Rahmen unserer Artikelserie in den öffentlichen Medien für begrenzte Zeit kostenlos freigeschaltet.

Umschlaggestaltung: TELOSRubrik: Psychologie
Reihe: Homelearning
Thema: Nr. 4 / Ängste
Band: Nr. 3 / Ängste loslassen
Die restlichen 6 Bände dieses Lernthemas und einen Überblick über viele weitere aktuelle Themen bekommen Sie auf unserer Website – folgen Sie dem Link  „Homelarning“ >>

 

Sorgen im Beruf überwinden! Weg mit den unnützen Sorgen!
Ein Teilnehmer nimmt bewusst eine sorgenvoll-ängstliche Haltung ein, um die eigene Reaktion wahrzunehmen, zu analysieren und um dann in Handeln zu kommen.
Schnappschuss aus einem unserer Seminare.
Foto: TELOS

 

Drei Sorgenfallen, die Energie und Zeit fressen

Warum grübeln gerade verantwortungsbewusste Menschen so viel? Weil sie Fehler vermeiden, Folgen vorausdenken und gute Entscheidungen treffen wollen. Alles hervorragende Eigenschaften – bis der innere Risikomanager Überstunden macht. Dann wird aus Vorsicht Grübeln und aus Verantwortung der Versuch, auch das Unkontrollierbare zu kontrollieren. Drei Fehler halten das Sorgenkarussell besonders zuverlässig in Schwung.

Fehler 1: Möglichkeit mit Wahrscheinlichkeit verwechseln

Natürlich kann der wichtigste Kunde abspringen. Ein Projekt kann scheitern. Ein Mitarbeiter kann kündigen. Und morgen kann ein Meteorit durchs Bürofenster fliegen. Die entscheidende Frage lautet: Wie wahrscheinlich ist es? Wer jede theoretisch mögliche negative Entwicklung wie eine bevorstehende Katastrophe behandelt, verbraucht enorme mentale Ressourcen.
Besser: Prüfen Sie Fakten, Wahrscheinlichkeiten und mögliche Auswirkungen. Reale Risiken brauchen Maßnahmen. Bloße Möglichkeiten brauchen nicht automatisch Ihre volle Aufmerksamkeit.

Fehler 2: Grübeln mit Problemlösen verwechseln

Problemlösen bewegt sich vorwärts: Informationen sammeln, Alternativen entwickeln, entscheiden, handeln. Grübeln dreht sich im Kreis: „Was, wenn …? Aber vielleicht …? Andererseits …?“ Danach sind zwei Stunden vergangen und das Problem sitzt immer noch am selben Platz.
Besser: Fragen Sie sich: Habe ich in den letzten zehn Minuten eine neue Erkenntnis gewonnen? Wenn nein, stoppen Sie die Schleife und definieren Sie eine konkrete nächste Handlung.

Fehler 3: Alles kontrollieren wollen

Unternehmer und Führungskräfte werden dafür bezahlt, Verantwortung zu übernehmen. Das verführt manchmal zur Vorstellung, auch alles kontrollieren zu müssen. Können sie aber nicht. Märkte verändern sich, Menschen reagieren überraschend, Kunden entscheiden anders und selbst der beste Plan kann auf die Nase fallen.
Besser: Kontrollieren Sie, was kontrollierbar ist. Bereiten Sie sich auf wichtige Risiken vor. Und akzeptieren Sie einen Rest Unsicherheit. Wer erst handelt, wenn alles sicher ist, hat beste Chancen, niemals anzufangen.

Gute Vorsorge denkt voraus – Sorgen drehen sich im Kreis

Sorgen haben eine nützliche Seite. Sie lenken unsere Aufmerksamkeit auf mögliche Gefahren und können uns dazu bringen, besser vorzusorgen. Für Führungskräfte und Unternehmer ist diese Fähigkeit unverzichtbar. Risiken ignorieren und dabei fröhlich „positiv denken“ wäre keine Souveränität, sondern unternehmerischer Leichtsinn. Der Unterschied liegt im Ergebnis des Denkens. Konstruktives Nachdenken führt zu mehr Klarheit: Wir identifizieren ein Risiko, sammeln Informationen, bewerten Wahrscheinlichkeiten, entwickeln Alternativen und treffen schließlich eine Entscheidung. Grübeln dagegen produziert immer neue Varianten derselben Befürchtung, ohne unseren Handlungsspielraum zu erweitern.
Deshalb ist die Behauptung, fast alle Sorgen seien unbegründet, wenig hilfreich. Niemand kennt die Zukunft so genau. Sinnvoller ist die Frage: Was verdient meine Aufmerksamkeit – und was verbraucht nur meine Energie?
Benennen Sie Befürchtungen konkret. Trennen Sie Fakten von Annahmen. Prüfen Sie Ihren Einflussbereich. Setzen Sie der Analyse einen Endpunkt und machen Sie anschließend den nächsten sinnvollen Schritt. Damit verschwindet Unsicherheit nicht vollständig. Das muss sie auch nicht. Wirtschaftliches Handeln findet fast immer unter Unsicherheit statt. Souveränität zeigt sich darin, trotzdem entscheiden und handeln zu können.

Handlungskraft kann man trainieren

Der konstruktive Umgang mit Sorgen, Risiken und Unsicherheit lässt sich lernen. Gerade professionelle Trainings und Coachings schaffen den nötigen Abstand, um eingefahrene Denkmuster zu erkennen und reale berufliche Situationen systematisch zu bearbeiten. 
TELOS begleitet Führungskräfte, Unternehmer und Mitarbeitende seit über 30 Jahren bei solchen Herausforderungen. Wir arbeiten mit aktuellen psychologischen Methoden, maßgeschneiderten Weiterbildungsmaßnahmen und präziser Lernerfolgskontrolle. Kunden erleben beispielsweise, dass sie schwierige Entscheidungen früher treffen, Risiken sachlicher bewerten, belastende Gespräche weniger lange aufschieben und in unsicheren Situationen schneller wieder handlungsfähig werden. Denn ein klarer Kopf löst zwar nicht jedes Problem – aber er ist ein verflixt guter Anfang.

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Mag. Magdalena Gasser
Institutsleitung | Personalentwicklung | Coaching