
Wenn Vorsätze Klartext sprechen
Denken Sie konkret, handeln Sie gezielt!
„Ich möchte gesünder leben!“ „Ich sollte endlich mehr sparen!“ „Ich will gelassener werden!“ Klingt vernünftig. Und funktioniert ungefähr so gut wie eine Adresse ohne Straßenname und Hausnummer. Wohin soll die Reise gehen? Und woran merken Sie, dass Sie angekommen sind? Unser Gehirn kann mit guten Absichten erstaunlich wenig anfangen. Es braucht klare Ansagen. Dafür gibt es eine Methode mit fünf Buchstaben und verblüffend viel Wirkung: SMART. Schluss mit dem Herumwünschen, jetzt wird es konkret!
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Wollen Sie wirklich der einzige Mensch sein, der bis mitten in der Nacht bei der Arbeit ist?
Mit der SMART-Methode erreichen Sie Ihre Ziele leichter, besser, schneller!
Symbolbild: TELOS
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Gute Vorsätze haben eine unangenehme Angewohnheit: Sie klingen großartig, solange niemand nachfragt. Was genau wollen Sie erreichen? Bis wann? Und woran erkennen Sie Ihren Erfolg? Spätestens jetzt wird aus dem schwungvollen „Das packe ich an!“ häufig betretenes Schweigen. Die SMART-Methode bringt Ordnung in dieses Durcheinander. Ihre fünf Kriterien machen Ziele greifbar, überprüfbar und alltagstauglich. Hier kommen fünf praktische Möglichkeiten, wie Sie Ihre Wünsche auf den Punkt bringen.
Spezifisch: Sagen Sie, was Sache ist.
„Ich will etwas für mich tun“ lässt praktisch alles offen, vom Spaziergang bis zum Kauf eines neuen Sofas. Formulieren Sie lieber, was Sie tatsächlich verändern möchten. Je genauer Sie Ihr Ziel beschreiben, desto leichter erkennen Sie passende Handlungsmöglichkeiten. Fragen Sie sich: Was will ich konkret erreichen? In welchem Lebensbereich? Und was soll anschließend anders sein? Unsere Praxistipps:
• Statt „mehr Bewegung“: „Ich möchte regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.“
• Statt „mehr lesen“: „Ich möchte jeden Abend vor dem Schlafengehen ein Buch lesen.“
• Statt „besser organisiert sein“: „Ich möchte meine privaten Unterlagen übersichtlich ablegen.“
• Statt „meine Beziehung verbessern“: „Ich möchte mit meinem Partner wieder mehr gemeinsame Zeit verbringen.“
Messbar: Machen Sie Fortschritte sichtbar.
Was man nicht überprüft, lässt sich wunderbar schönreden. „Ich bin schon viel fitter“ klingt erfreulich, sagt allerdings wenig aus. Legen Sie deshalb fest, woran Sie Ihren Erfolg erkennen. Das können Zahlen, Häufigkeiten, erledigte Aufgaben oder klar beobachtbare Veränderungen sein. Nicht alles im Leben braucht eine Excel-Tabelle. Aber ein nachvollziehbarer Maßstab hilft, Fortschritte zu erkennen und sich selbst auf die Schliche zu kommen. Unsere Praxistipps:
• „Ich möchte an drei Tagen pro Woche jeweils 30 Minuten spazieren gehen.“
• „Ich möchte jeden Monat 150 Euro auf mein Sparkonto überweisen.“
• „Ich möchte bis Jahresende zwölf Bücher gelesen haben.“
• „Ich möchte jede Woche an mindestens zwei Abenden das Smartphone ab 20 Uhr ausschalten.“
Attraktiv: Finden Sie den persönlichen Gewinn.
Ein Ziel kann noch so klug formuliert sein: Wenn es Sie innerlich kaltlässt, wird die Umsetzung mühsam. Überprüfen Sie deshalb, ob Sie das Ergebnis tatsächlich wollen und was daran für Sie reizvoll ist. Ein Ziel, das nur den Erwartungen anderer entspricht, hat schlechte Karten. Attraktiv bedeutet übrigens keineswegs bequem. Auch ein anstrengendes Vorhaben kann begeistern, wenn der erwartete Nutzen stimmt. Unsere Praxistipps:
• „Ich möchte Italienisch lernen, damit ich mich im Urlaub ungezwungen unterhalten kann.“
• „Ich möchte meine Finanzen ordnen, um größere Anschaffungen entspannter planen zu können.“
• „Ich möchte einen Tanzkurs besuchen, weil mir Musik und Bewegung Freude machen.“
• „Ich möchte regelmäßig kochen, um neue Gerichte auszuprobieren und bewusster zu essen.“
Realistisch: Bleiben Sie auf dem Teppich.
Vom Bewegungsmuffel zum Marathonläufer in vier Wochen? Viel Vergnügen beim Muskelkater! Ein brauchbares Ziel berücksichtigt Ihre Möglichkeiten, Ihre Zeit und Ihre Ausgangslage. Es darf durchaus anspruchsvoll sein, sollte aber grundsätzlich erreichbar bleiben. Prüfen Sie, was Sie beeinflussen können und welche Voraussetzungen vorhanden sind. Zu leichte Ziele langweilen, völlig überzogene können entmutigen. Die Kunst liegt in einer Herausforderung, der Sie gewachsen sein können. Unsere Praxistipps:
• „Ich möchte innerhalb von drei Monaten fünf Kilometer am Stück laufen können.“
• „Ich möchte wöchentlich zwei Stunden für das Erlernen einer Fremdsprache reservieren.“
• „Ich möchte monatlich 100 Euro sparen, die mein Haushaltsbudget tatsächlich zulässt.“
• „Ich möchte meinen Keller innerhalb von sechs Wochen systematisch entrümpeln.“
Terminiert: Geben Sie Ihrem Ziel einen Abgabetermin.
„Irgendwann“ ist ein ausgesprochen beliebter Termin. Er hat nur einen Haken: Er steht in keinem Kalender. Ein konkretes Datum macht Ihr Vorhaben verbindlicher und erleichtert die Planung. Überlegen Sie, wann Sie das Ergebnis erreichen möchten und wann Sie Ihre Fortschritte kontrollieren. Wählen Sie einen Termin, der zu Ihrem Alltag passt. Ein bisschen Zeitdruck kann anspornen. Dauerstress dagegen macht aus einem guten Ziel schnell eine lästige Pflicht. Unsere Praxistipps:
• „Bis zum 30. November möchte ich meine Steuerunterlagen vollständig sortiert haben.“
• „Bis Ende März möchte ich einen Erste-Hilfe-Kurs abgeschlossen haben.“
• „Bis zum Sommerurlaub möchte ich 800 Euro zusätzlich angespart haben.“
• „Bis zum 15. Dezember möchte ich alle Weihnachtsgeschenke besorgt haben.“
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Von der Nebelwolke zum Fixpunkt!
Schnappschuss aus einem unserer Trainings.
Foto: TELOS
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Warum können klare Zielvorgaben unser Verhalten beeinflussen? Und weshalb reicht es häufig nicht aus, sich etwas fest vorzunehmen? Mit solchen Fragen beschäftigen sich Psychologen und Verhaltensforscher weltweit seit Jahrzehnten. In Experimenten, Feldstudien und großen wissenschaftlichen Auswertungen untersuchen sie, wie Menschen Ziele formulieren, Handlungen vorbereiten und ihre Ergebnisse kontrollieren. Drei Forschungsergebnisse sind für die Anwendung der SMART-Methode besonders interessant.
SMART macht aus einem wohlklingenden Wunsch eine überprüfbare Zielbeschreibung. Spezifisch bedeutet: Sie wissen, was Sie erreichen möchten. Messbar heißt: Sie können feststellen, ob Sie vorankommen. Attraktiv sorgt dafür, dass Ihnen das Ergebnis etwas bedeutet. Realistisch hält Ihre Erwartungen im Bereich des Machbaren. Und terminiert verhindert, dass Ihr Vorhaben auf unbestimmte Zeit vertagt wird.
Nehmen wir einen Klassiker: „Ich möchte fitter werden.“ Daraus könnte werden: „Bis zum 30. April möchte ich fünf Kilometer ohne Pause joggen können. Dafür trainiere ich dreimal pro Woche jeweils 30 Minuten.“ Schon sieht die Sache anders aus. Sie kennen das gewünschte Ergebnis, haben einen Zeitrahmen und können feststellen, ob Ihr Plan funktioniert. Voraussetzung ist natürlich, dass das Ziel zu Ihrer körperlichen Ausgangslage passt und Sie es selbst erreichen wollen.
Die SMART-Methode ist dabei eine Orientierungshilfe, keine Erfolgsgarantie. Unerwartete Schwierigkeiten, veränderte Lebensumstände oder zu ehrgeizige Erwartungen können Anpassungen erforderlich machen. Wer seine Ziele überprüft und vernünftig korrigiert, bleibt handlungsfähig. Und jetzt sind Sie dran: Welcher Ihrer guten Vorsätze könnte heute eine SMART-Kur vertragen?
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Mit der SMART-Methode machen Sie aus Ihren Vorsätzen klare Ansagen!
Schnappschuss aus einem unserer Coachings.
Foto: TELOS
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Ziele wirksam zu formulieren und konsequent zu verfolgen, lässt sich lernen. Professionelle Trainings und Coachings helfen dabei, persönliche Prioritäten zu klären, Zielkonflikte zu erkennen und passende Umsetzungsstrategien zu entwickeln. In der Arbeit mit TELOS gewinnen Teilnehmende beispielsweise mehr Klarheit bei Entscheidungen, strukturieren ihre Vorhaben besser und überprüfen Fortschritte bewusster. TELOS – das Institut für Psychologie & Wirtschaft – verbindet seit über 30 Jahren psychologisches Fachwissen mit wirtschaftlicher Praxis. Individuell abgestimmte Methoden und eine gezielte Überprüfung des Lernerfolgs unterstützen die nachhaltige Umsetzung im Alltag.


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Mag. Magdalena Gasser
Institutsleitung | Personalentwicklung | Coaching
Edwin A. Locke und Gary P. Latham (2002). Building a Practically Useful Theory of Goal Setting and Task Motivation: A 35-Year Odyssey. American Psychologist, 57(9), 705–717. Zentrale Aussage: Konkrete, anspruchsvolle und akzeptierte Ziele können die Leistung stärker fördern als unspezifische Zielvorgaben; die Wirkung hängt von wichtigen Rahmenbedingungen ab.
Peter M. Gollwitzer und Paschal Sheeran (2006). Implementation Intentions and Goal Achievement: A Meta-Analysis of Effects and Processes. Advances in Experimental Social Psychology, 38, 69–119. Zentrale Aussage: Wenn-dann-Pläne verbessern die Umsetzung von Absichten, indem sie geeignete Situationen mit vorher festgelegten Handlungen verbinden.
Benjamin Harkin, Thomas L. Webb, Betty P. I. Chang, Andrew Prestwich, Mark Conner, Ian Kellar, Yael Benn und Paschal Sheeran (2016). Does Monitoring Goal Progress Promote Goal Attainment? A Meta-Analysis of the Experimental Evidence. Psychological Bulletin, 142(2), 198–229. Zentrale Aussage: Regelmäßige Fortschrittskontrolle erhöht im Durchschnitt die Wahrscheinlichkeit der Zielerreichung, insbesondere wenn Fortschritte dokumentiert oder mitgeteilt werden.