
Vom ewigen „Ich sollte“ zum entschlossenen „Ich mache!“
Machen Sie aus 100 guten Vorsätzen endlich eine konkrete Tat!
Hundert Visitenkarten gesammelt, 300 Kontakte auf LinkedIn, zwanzig Händedrücke beim Empfang – und trotzdem niemand, den man wirklich um Rat fragen könnte? Berufliche Chancen und neue Ideen entstehen oft durch Menschen – ebenso wie wertvolle Unterstützung im Privatleben. Wie erreichen wir gute Kontakte, wie knüpfen wir Beziehungen, die beiden Seiten etwas bringen?
Manche Menschen betreten eine Veranstaltung und arbeiten sich durch den Saal, als gäbe es für jede eroberte Visitenkarte Treuepunkte. Am Abend ist die Tasche voll, aber niemand erinnert sich an das Gespräch. Ein tragfähiges Kontaktnetz entsteht, wenn Menschen einander mit Interesse begegnen, sich aneinander erinnern und gelegentlich wieder miteinander sprechen. Das gilt für Führungskräfte und Selbstständige genauso wie für Privatpersonen. Eine persönliche Empfehlung kann Gold wert sein.
•

Nö, Megaphon hilft nix für gute Kontakte, da gibt es Besseres!
Einer unserer Seminarleiter hingegen nutzt den Lautsprecher bei einem Outdoortraining.
Foto: TELOS
•
Unsere engsten Freunde kennen uns hervorragend. Oft bewegen sie sich aber in ähnlichen Kreisen wie wir. Eine frühere Kollegin oder ein Bekannter aus dem Sportverein kennt vielleicht ganz andere Menschen. Solche lockeren Kontakte bringen Informationen und Perspektiven mit, die uns im eigenen Umfeld fehlen. Eine große Untersuchung auf einem beruflichen Online-Netzwerk hat diesen Gedanken bei Stellenwechseln experimentell geprüft: Insbesondere Verbindungen mit einer gewissen, aber begrenzten Nähe konnten dabei hilfreich sein. Trotzdem bleiben Vertrauen und wirklicher Austausch wichtig. Manchmal öffnet gerade ein Mensch, den wir nur gelegentlich sehen, eine unerwartete Tür.
„Der müsste ich eigentlich längst wieder einmal schreiben.“ Kennen Sie den Satz? Vielleicht mit einer früheren Kollegin oder einem alten Studienfreund? Solche „ruhenden Kontakte“ können wertvoll sein: Es gibt eine gemeinsame Geschichte, und inzwischen haben beide Neues erlebt. Der Trick besteht darin, ohne versteckte Forderung anzuknüpfen: „Ich musste neulich an unser gemeinsames Projekt denken. Wie geht es dir?“ Wer dagegen nach fünf Jahren Funkstille gleich mit „Hast du einen Auftrag für mich?“ anklopft, dürfte eine eher frostige Begrüßung erleben.
Nicht jeder liebt Empfänge, Branchenabende oder den Satz „Wir sollten unbedingt Synergien nutzen!“ Manchen erscheint gezielte Kontaktpflege sogar unangenehm berechnend. Psychologische Untersuchungen zeigen: Rein zweckorientiertes Netzwerken kann sich unangenehm anfühlen, als würde man andere ausnutzen. Die angenehmere Alternative: Begegnen Sie Menschen mit echter Neugier. Fragen Sie nach ihren Erfahrungen, hören Sie zu und überlegen Sie, ob Sie selbst etwas beitragen können. Geben Sie gelegentlich einen hilfreichen Hinweis weiter, ohne sofort eine Gegenleistung zu erwarten. Eine gute Verbindung übersteht es auch, wenn gerade niemand etwas braucht.
•

Interessieren Sie sich für Menschen – die Möglichkeiten kommen dazu!
Schnappschuss aus einem unserer Seminare: eine Gruppe übt, wie gute Kontakte hergestellt werden können.
Foto: TELOS
•
Sie brauchen weder einen ausgeklügelten Smalltalk-Trick noch täglich drei Stunden auf sozialen Plattformen. Beginnen Sie mit Menschen, Themen und Gelegenheiten, die zu Ihnen passen. Vielleicht möchten Sie beruflich dazulernen, einen neuen Auftraggeber kennenlernen oder jemanden finden, mit dem Sie ein Herzensprojekt verwirklichen können. Diese fünf Tipps helfen Ihnen, Kontakte sympathisch anzubahnen, klug zu pflegen und langfristig zu stärken – ohne sich dabei wie ein Vertreter mit Dauerlächeln zu fühlen.
1) Mit Interesse statt Eigenwerbung beginnen.
Ein Gespräch gelingt leichter, wenn Sie sich wirklich für Ihr Gegenüber interessieren. Eine offene Frage ist oft besser als eine Verkaufspräsentation. Hören Sie aufmerksam zu und fragen Sie nach, statt innerlich schon die nächste Antwort vorzubereiten. So erfahren Sie, was der andere wirklich interessant findet. Unsere Praxistipps:
• „Was beschäftigt Sie in Ihrer Arbeit gerade besonders?“
• „Wie sind Sie zu diesem Projekt gekommen?“
• „Welche Entwicklung finden Sie in Ihrer Branche spannend?“
• „Was hat Ihnen bei dieser Aufgabe am meisten geholfen?“
2) Eine gemeinsame Spur aufnehmen.
Nach einer angenehmen Begegnung braucht es keinen Roman und keine sofortige Einladung zum Geschäftsessen. Ein kurzer Bezug zum Gespräch hilft beim Wiederanknüpfen. Schreiben Sie möglichst persönlich statt mit einer Seriennachricht an fünfzig Empfänger. Weiterer Austausch sollte für beide passen; eine ausbleibende Antwort darf auch einfach stehen bleiben. Unsere Praxistipps:
• „Ihr Hinweis auf die Ausstellung war spannend – danke!“
• „Wie versprochen schicke ich Ihnen den besprochenen Beitrag.“
• „Unser Gespräch über Weiterbildung ist mir in Erinnerung geblieben.“
3) Auch ohne Gegenleistung hilfreich sein.
Wer ausschließlich schreibt, wenn er selbst etwas benötigt, betreibt eher Beziehungs-Bergbau als Kontaktpflege. Ein hilfreicher Hinweis darf eine kleine Geste bleiben – ohne heimliche Gegenrechnung. Wer die Interessen und Anliegen anderer kennt, kann gelegentlich genau die Information weitergeben, die im richtigen Moment weiterhilft. Unsere Praxistipps:
• Einen passenden Veranstaltungshinweis weitergeben.
• Auf eine interessante Fortbildung aufmerksam machen.
• Für eine Empfehlung persönlich danken.
4) Alte Verbindungen freundlich reaktivieren.
Denken Sie an frühere Kolleginnen oder Studienfreunde. Eine Nachricht darf einfach menschlich sein. Fragen Sie erst einmal nach dem Leben der anderen Person, bevor Sie über mögliche Projekte sprechen. Das frühere Vertrauen kann den Wiedereinstieg erleichtern; setzen Sie Vertrautheit aber nicht einfach voraus. Unsere Praxistipps:
• „Ich habe an unsere Zusammenarbeit gedacht – wie geht es dir?“
• „Dein früherer Tipp war hilfreich. Danke nochmals!“
• „Ich bin bald in deiner Gegend. Lust auf einen Kaffee?“
•

Vom flüchtigen Gespräch zum wertvollen Kontakt.
Zum Beispiel bei einem Glas in angenehmer Umgebung.
Abendszene in unserem Seminargarten, Foto: TELOS
•
5) Verbindlich bleiben und Grenzen achten.
Kontakte wachsen durch Verlässlichkeit. Wer etwas zusagt, sollte es einhalten oder rechtzeitig Bescheid geben. Ebenso wichtig: Menschen dürfen wenig Zeit haben, ein Angebot ablehnen oder keinen Kontakt wünschen. Hartnäckiges Nachsetzen ist selten klug. Halten Sie persönliche Informationen vertraulich, fragen Sie vor einer Weitergabe um Erlaubnis und lassen Sie Ihrem Gegenüber die Freiheit, selbst über die Nähe des Kontakts zu entscheiden. Unsere Praxistipps:
• Vereinbarte Informationen pünktlich schicken.
• Nach einer Unterstützung konkret danken.
• Bei Zeitmangel einen realistischen neuen Termin anbieten.
Professionelle Kontakte können neue Informationen, interessante Begegnungen und zusätzliche Chancen bringen – im Beruf ebenso wie im Privatleben. Besonders wertvoll werden sie, wenn wir aufrichtig neugierig bleiben, andere respektieren und Verbindungen über längere Zeit pflegen. Daraus kann Zusammenarbeit, Freundschaft oder ein guter Rat entstehen. Ein voller Adressordner garantiert gar nichts. Ein Mensch, der sich gerne an das letzte Gespräch erinnert, ist oft viel mehr wert. Also: Weg mit der Visitenkarten-Angel. Stellen Sie lieber eine gute Frage, hören Sie zu und bleiben Sie verlässlich. Beziehungen lassen sich nicht erzwingen. Aber man kann ihnen ausgezeichnete Bedingungen bieten.
•

Sammeln Sie echte, gute Kontakte statt Visitenkarten!
Zwei Teilnehmer im offenen Gespräch.
Schnappschuss aus einem unserer Seminare, Foto: TELOS
•
Der Aufbau professioneller Beziehungen lässt sich üben. TELOS – das Institut für Psychologie & Wirtschaft – begleitet Menschen und Unternehmen seit über 30 Jahren mit praxisorientierten Seminaren, Trainings und Coachings. Dabei können Teilnehmende lernen, leichter auf andere zuzugehen, Gespräche zielgerichteter zu führen, Kontakte bewusster zu pflegen und eigene Anliegen klar anzusprechen. Individuelle Übungen und die Überprüfung konkreter Lernfortschritte unterstützen die Umsetzung im Alltag.


Kontaktieren Sie uns einfach, alles Weitere besprechen wir dann persönlich – kostenlos, unverbindlich und diskret!

Mag. Magdalena Gasser
Institutsleitung | Personalentwicklung | Coaching
Locke, Edwin A. & Latham, Gary P. (2002). Building a Practically Useful Theory of Goal Setting and Task Motivation: A 35-Year Odyssey. American Psychologist, 57(9), 705–717. Zentrale Aussage: Die Auswertung jahrzehntelanger Forschung zeigt, dass konkrete und anspruchsvolle Ziele die Leistung häufig stärker fördern als unklare oder sehr einfache Ziele. Wichtig sind unter anderem die Akzeptanz des Ziels, geeignete Fähigkeiten, Rückmeldungen und die Möglichkeit, das Ziel tatsächlich zu erreichen.
Gollwitzer, Peter M. & Sheeran, Paschal (2006). Implementation Intentions and Goal Achievement: A Meta-Analysis of Effects and Processes. Advances in Experimental Social Psychology, 38, 69–119. Zentrale Aussage: Eine Metaanalyse von 94 unabhängigen Untersuchungen zeigte, dass konkrete Wenn-dann-Pläne die Zielerreichung deutlich verbessern können. Wer bereits im Voraus festlegt, in welcher Situation er welche Handlung ausführen möchte, überwindet typische Schwierigkeiten bei der Umsetzung guter Vorsätze leichter.
Harkin, Benjamin, Webb, Thomas L., Chang, Betty P. I., Prestwich, Andrew, Conner, Mark, Kellar, Ian, Benn, Yael & Sheeran, Paschal (2016). Does Monitoring Goal Progress Promote Goal Attainment? A Meta-Analysis of the Experimental Evidence. Psychological Bulletin, 142(2), 198–229. Zentrale Aussage: Die Metaanalyse von 138 Untersuchungen mit insgesamt 19.951 Teilnehmenden zeigte, dass die regelmäßige Überprüfung persönlicher Fortschritte die Zielerreichung fördern kann. Besonders günstig waren die Ergebnisse, wenn Fortschritte schriftlich festgehalten oder anderen mitgeteilt wurden.