
Fitte Führung: fiese Fallen & gute Gegenmittel
Rhetorisch erstklassig zu scheitern ist kinderleicht. Man braucht dafür weder Lampenfieber noch ein echtes Blackout. Es reicht, wenn man vor Menschen spricht, als wolle man sie wahlweise einschläfern, einschüchtern oder mit Worthülsen langsam austrocknen. Stellen Sie sich hin, atmen Sie Bedeutung und beginnen Sie mit: „Wie Sie alle wissen …“ Danach servieren Sie Corporate Esperanto, Substantive satt und eine PowerPoint, die um Erlösung bittet. Hauptsache, es klingt wichtig. Verständlichkeit wäre störend. So können Sie Sie rhetorisch erstklassig versagen!
Führungskräfte beherrschen das gelegentlich erstaunlich gut. Da wird geredet, ohne etwas zu sagen, erklärt, ohne etwas zu klären, und motiviert, als wäre Frust ein strategisches Unternehmensziel. Wahre Profis des verbalen Selbstunfalls reden lang, gleichförmig und konsequent am Publikum vorbei. Sie beantworten Fragen, die niemand gestellt hat, würgen Beispiele rechtzeitig ab und vergraben jede Botschaft unter Fachbegriffen. Am Ende nicken alle höflich. Nicht aus Zustimmung: Das Gehirn läuft längst im Energiesparmodus. „Wer rede da? Hat er was gesagt? Was denn?“

Ein Teilnehmer übt klare Sprache.
Schnappschuss bei einem unserer Rhetroik-Trainings.
Foto: TELOS
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Psychologisch ist misslungene Rhetorik kein harmloser Schönheitsfehler. Sprache erzeugt Wirkung. Sie schafft Orientierung oder Nebel. Sie baut Vertrauen auf oder Widerstand. Sie gibt Sicherheit oder verursacht inneres Wegdämmern bei vollem Bewusstsein. Wer rhetorisch schwach auftritt, verliert nicht nur Aufmerksamkeit, sondern oft auch Autorität. Nicht laut. Aber gründlich.
Gute Rhetorik beginnt vor dem ersten Satz. Wer spricht, muss wissen, was beim Gegenüber hängen bleiben, verstanden und getan werden soll. Dafür braucht es eine Kernbotschaft, eine erkennbare Linie, anschauliche Sprache und eine Stimme, die mehr kann als akustische Anwesenheit. Vor allem braucht es Perspektivwechsel: Das Publikum kennt Ihre Gedankengänge nicht. Es will rasch erkennen, warum das Thema wichtig ist. Diese sieben Hebel machen aus Worten Wirkung.

Weg mit den Fehlern, her mit den Rhetorischen Praxis-Tipps!
Spruch und Grafik: TELOS
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Rhetorische Fehler entstehen oft aus Unsicherheit. Wer kompetent wirken will, spricht kompliziert. Wer nichts vergessen möchte, packt alles hinein. Wer Kontrolle sucht, liest ab. Das Ergebnis wirkt ungefähr so sicher wie ein Einkaufswagen mit drei kaputten Rädern. Das kostet Aufmerksamkeit, Vertrauen und Umsetzung.
Forscher untersuchen weltweit, wie Sprache, Stimme und Aufbau unsere Urteile beeinflussen. Experimente messen, was Menschen verstehen, behalten und glaubwürdig finden. Fünf Befunde erklären, warum manche Botschaften landen. Diese wissenschaftlichen Abschnitte wurden anhand von Forschung zur kognitiven Verarbeitungsleichtigkeit, zur besseren Erinnerbarkeit konkreter Begriffe, zur Überzeugungswirkung der Stimme, zu narrativer Kommunikation und zum Perspektivwechsel beim Sprechen ausgewählt.

Gerade nonverbale Signale entscheiden die Wirkung Ihrer Rede!
Eine Teilnehmerin übt Gestik bei einem unserer Rhetorik-Trainings.
Foto: TELOS
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Folien lesen kann jeder: Rhetorische Wirkung entsteht aus Inhalt, Form und Beziehung. Eine starke Rede hat eine Kernbotschaft, beginnt mit Relevanz, führt durch wenige Gedanken und übersetzt Abstraktes in konkrete Bilder. Stimme, Pausen und Blickkontakt unterstützen den Inhalt, ohne Zirkus daraus zu machen. Wer Reaktionen wahrnimmt, kann nachsteuern; wer mit einem Auftrag endet, verwandelt Aufmerksamkeit in Handlung.
Für Führungskräfte ist das wirtschaftlich relevant. Unpräzise Aussagen erzeugen Rückfragen, Verzögerungen und Widerstand. Aufgeblähte Sprache schwächt Glaubwürdigkeit. Gute Rhetorik spart Erklärschleifen, erleichtert Entscheidungen und gibt Veränderungen Richtung. Sie verlangt Vorbereitung, Empfängerorientierung und den Mut, Überflüssiges zu streichen. Ihre Aussage wird stärker, sobald ihr sprachlicher Winterspeck weg ist. Klartext schlägt Wortnebel. Sprechen Sie für Ohren, nicht für Organigrammen nutzen Sie Bilder und lassen Sie Beispiele die Schwerarbeit erledigen.
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Wie erfolgreich reden bei einer Mitarbeiterversammlung?
Schnappsschuss aus einem unserer Trainings.
Foto: TELOS
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Genau hier setzt professionelle Weiterbildung an. In TELOS-Seminaren, Trainings und Coachings erleben Führungskräfte seit über 30 Jahren, wie stark sich ihre Wirkung verbessert, wenn Klartext, Struktur, Auftritt, Sprachpräzision und Publikumsorientierung gezielt trainiert werden. Mit hochaktuellen Methoden, maßgeschneiderten Lösungen und Lernerfolgskontrolle können sehr konkrete Effekte entstehen: verständlichere Botschaften, kürzere Redebeiträge, mehr Überzeugungskraft und deutlich weniger sprachlicher Nebel. So wird aus Reden Wirkung – ohne Sprachdonner.
Rhetorisch starke Führung bringt Botschaften auf den Punkt, macht Abstraktes greifbar und erreicht Menschen. Wer Kernbotschaft, Stimme, Beispiele und Schluss beherrscht, gewinnt
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Mag. Magdalena Gasser
Institutsleitung | Personalentwicklung | Coaching