
Fitte Führung: fiese Fallen & gute Gegenmittel
Ach diese Fachzeitschriften, was die alles für einen Blödsinn zusammenschreiben. So haben Motivationsforscher im Fachjournal „Psychological Bulletin“ doch tatsächlich behauptet, das Perfektionismus-Streben hätte sich in den letzten drei Jahrzehnten unter jungen Menschen wesentlich stärker ausgeprägt. Völliger Unsinn, die tägliche Praxis mit jungen Mitarbeitern zeigt haarscharf, dass die von Perfektion meilenweit entfernt sind. Die sollten dringend ihren Perfektionismus perfektionieren!
Feierabend ist bloß etwas für Menschen ohne Ziele. Niemals für Sie, Sie dulden keine halben Sachen und sind voll im Einsatz! Denn überall muss man kontrollieren! Stimmt’s? Zum Glück wissen Sie als Chef alles selbst am besten und arbeiten täglich daran, noch perfekter zu werden. Zum Beispiel so:
Freilich, bei konsequenter Anwendung unserer Perfektions-Regeln werden natürlich gewisse Nebenwirkungen auftreten. Schlafstörungen, Verdauungsprobleme, Nackenstarre, Nachlassende Libido, Arterieller Hypertonus, Verlust von Hobbys, Freude und Freizeit, Unverständnis bei Familie, Freunden und Kollegen, zunehmende Isolation, Burnout, Siechtum und frühes Dahinscheiden – doch wer ein echter Perfektionist sein will, nimmt das alles gerne in Kauf für sein hohes Ziel, rundum perfekt zu sein.

Perfektionismus: der sicherste Weg, nie fertig zu werden.
Schluss mit dem Dauerkrampf: hohe Ansprüche brauchen gesunde Grenzen!
Spruch und Grafik: TELOS
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Perfektion klingt nach Qualität, Verantwortung und Anspruch. Doch wenn aus Sorgfalt ständiger Druck wird, leiden Leistung, Freude und Gesundheit. Die folgenden Praxistipps zeigen, wie Führungskräfte und Mitarbeitende hohe Standards behalten, ohne sich selbst zu überfordern: mit Klarheit, realistischen Zielen und mehr innerer Balance.
Perfektion kostet oft mehr Zeit, Energie und Nerven, als sie bringt. Wer lernt, zwischen „wichtig“ und „unwichtig“, zwischen „sehr gut“ und „übertrieben perfekt“ zu unterscheiden, arbeitet effizienter und bleibt handlungsfähig. Qualität heißt nicht, jedes Detail endlos zu verbessern.
• Vor Beginn klären: Was muss wirklich exzellent sein und wo reicht solide Qualität?
• Für Aufgaben ein klares Zeitlimit setzen und danach bewusst abschließen.
• Bei Präsentationen zuerst die Kernbotschaft perfektionieren, nicht jede Folienkante.
• Sich fragen: Würde der Kunde, Kollege oder Vorgesetzte diesen Unterschied überhaupt bemerken?
Hohe Ansprüche können motivieren, aber auch lähmen. Hilfreich ist die Frage: Ist mein Ziel anspruchsvoll und gesund – oder unrealistisch und selbstquälerisch? Wer seine Erwartungen bewusst prüft, erkennt schneller, wann Ehrgeiz produktiv ist und wann er zur Belastung wird.
• Eigene Standards regelmäßig mit einer vertrauten Person reflektieren.
• Statt „Ich muss fehlerfrei sein“ lieber formulieren: „Ich will sorgfältig und lernbereit arbeiten.“
• Nach erledigten Aufgaben prüfen: Was war gut genug, auch wenn es nicht perfekt war?
• Bei neuen Projekten realistische Erfolgskriterien festlegen, bevor die Arbeit beginnt.
Perfektionisten bewerten Fehler oft als persönliches Scheitern. Dabei sind Fehler wichtige Hinweise: Sie zeigen, wo Prozesse, Kommunikation oder Wissen verbessert werden können. Wer Fehler sachlich betrachtet, gewinnt Entwicklung statt Selbstabwertung.
• Nach einem Fehler fragen: Was lerne ich daraus für das nächste Mal?
• Fehler im Team lösungsorientiert besprechen, ohne Schuldige zu suchen.
• Kleine Korrekturen sofort umsetzen, statt lange über den Fehler zu grübeln.
• Eine kurze Fehler-Lernliste führen: Was ist passiert? Was ändere ich konkret?
Wer alles selbst macht, wird schnell zum Engpass. Delegieren bedeutet nicht Kontrollverlust, sondern Vertrauen, Entwicklung und Entlastung. Gute Führung zeigt sich auch daran, anderen Verantwortung zu geben und nicht jede Aufgabe an sich zu ziehen.
• Aufgaben mit klarem Ziel, Termin und Entscheidungsspielraum übergeben.
• Nicht nur Tätigkeiten delegieren, sondern auch Verantwortung ermöglichen.
• Mitarbeitende fragen: Welche Unterstützung brauchen Sie, um gut starten zu können?
• Nach Abschluss gemeinsam reflektieren, statt währenddessen ständig zu kontrollieren.
Wer nur auf Mängel schaut, übersieht die eigene Entwicklung. Lob anzunehmen ist kein Stillstand, sondern ein Zeichen gesunder Selbstwahrnehmung. Fortschritt entsteht leichter, wenn Erfolge bewusst wahrgenommen und nicht sofort relativiert werden.
• Ein Lob nicht abwehren, sondern schlicht sagen: „Danke, das freut mich.“
• Am Ende der Woche drei Dinge notieren, die gelungen sind.
• Bei Projekten nicht nur offene Punkte, sondern auch erreichte Meilensteine sichtbar machen.
• Erfolge im Team kurz würdigen, bevor sofort über Verbesserungen gesprochen wird.
Wer ständig Höchstleistung fordert, verliert langfristig Energie, Kreativität und Freude. Pausen sind keine Schwäche, sondern Voraussetzung für Konzentration und gute Entscheidungen. Wer rechtzeitig abschaltet, arbeitet oft klarer, schneller und souveräner.
• Nach intensiven Arbeitsphasen kurze echte Pausen einplanen, ohne Handy und E-Mails.
• Feierabend bewusst markieren: Schreibtisch ordnen, To-do-Liste schließen, Arbeit loslassen.
• Bei Überlastung Prioritäten neu setzen, statt einfach länger zu arbeiten.
• Regelmäßig Bewegung, Schlaf und Freizeit als feste Termine behandeln.
Ein gutes Leben besteht nicht nur aus Leistung. Wer beruflichen Erfolg, Gesundheit, Beziehungen und Freude in Balance hält, bleibt langfristig leistungsfähig. Perfektionismus wird gesünder, wenn er durch Gelassenheit, Selbstfürsorge und echte Lebensqualität ergänzt wird.
• Sich regelmäßig fragen: Was gibt mir Kraft außerhalb der Arbeit?
• Private Termine nicht nur einplanen, sondern genauso ernst nehmen wie berufliche.
• Bewusst Tätigkeiten pflegen, bei denen es nicht um Leistung geht.
• Den Tag nicht nur nach Produktivität bewerten, sondern auch nach Zufriedenheit.
Perfektionismus entsteht oft dort, wo alles gleich dringend, gleich wichtig und gleich fehlerfrei sein soll. Wer bewusst priorisiert, schützt seine Energie und verbessert die Qualität dort, wo sie wirklich zählt. Nicht jede Aufgabe braucht höchste Präzision, manche brauchen vor allem Tempo und Klarheit.
• Aufgaben in A-, B- und C-Prioritäten einteilen.
• Bei jeder Aufgabe fragen: Was ist hier wirklich erfolgsentscheidend?
• Unwichtige Details bewusst vereinfachen oder weglassen.
• Den größten Teil der Energie auf Aufgaben mit echter Wirkung richten.
Perfektionisten schieben Entscheidungen oft hinaus, weil noch Informationen fehlen könnten. Doch zu langes Abwägen kostet Zeit, Kraft und Chancen. Gute Entscheidungen entstehen nicht immer durch absolute Sicherheit, sondern durch ausreichende Klarheit, Erfahrung und die Bereitschaft, bei Bedarf nachzusteuern.
• Für Entscheidungen ein klares Zeitfenster festlegen.
• Sich fragen: Welche Information brauche ich wirklich noch?
• Zwischen reversiblen und folgenreichen Entscheidungen unterscheiden.
• Kleine Entscheidungen bewusst schneller treffen und nicht endlos absichern.
Der innere Kritiker kann helfen, sorgfältig zu arbeiten. Wird er aber zu laut, erzeugt er Druck, Selbstzweifel und Blockaden. Hilfreich ist, ihn nicht zu bekämpfen, sondern bewusst einzuordnen: als Stimme mit einem Anliegen, aber nicht als alleinige Wahrheit.
• Kritische Gedanken aufschreiben und sachlich prüfen.
• Sich fragen: Würde ich so auch mit einem guten Freund sprechen?
• Den Satz „Das ist nicht gut genug“ ergänzen mit: „Was konkret kann ich verbessern?“
• Nach jeder Kritik bewusst auch einen gelungenen Punkt benennen.

Immer mehr heißt nicht immer besser!
Schnappschuss bei einem unserer Seminare.
Foto: TELOS
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Sind auch Sie überzeugt, dass erst eine ausgewogene Balance zwischen Arbeit und Freizeit, zwischen Arbeitsfreude und Lebensglück, zwischen Erfolg im Job und Erfolg im Privaten – dass erst dieses ausgewogene Gleichgewicht in Wirklichkeit Lebensfreude bringt, Zufriedenheit, Glück und langfristigen Erfolg? Dann können Sie jetzt etwas äußerst Positives in die andere Waagschale legen und sich einmal etwas für Ihr inneres Gleichgewicht gönnen: Lassen Sie los, was keine Wirkung bringt!
Den souveränen Umgang mit Perfektionismus kann man lernen. Genau hier setzt professionelle Weiterbildung an: die Teilnehmenden lernen, hohe Ansprüche gesund zu nutzen, statt sich und andere damit zu überfordern. Mit über 30 Jahren Erfahrung, hoch aktuellen Methoden und maßgeschneiderten Maßnahmen entwickeln wir praxisnahe Lösungen mit präziser Lernerfolgskontrolle. So zeigen sich überzeugende Effekte: klarere Prioritäten, bessere Delegation, gelassenere Fehlerkultur und schnellere Entscheidungen – zum Wohle der Kunden, der Mitarbeiter und zum Nutzen des ganzen Unternehmens!

Gestresst, verbissen, unter Druck? Nö: Frei, locker, erfolgreich!
Eine TELOS-Referentin zeigt, wie es klappt.
Schnappschuss aus unserem Seminarsaal, Foto: TELOS
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Perfektionismus kann antreiben, aber auch erschöpfen. Wer Ansprüche realistisch prüft, Fehler als Lernchance nutzt, Aufgaben delegiert und Pausen ernst nimmt, arbeitet langfristig erfolgreicher und gesünder.
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Mag. Magdalena Gasser
Institutsleitung | Personalentwicklung | Coaching